Barrierefreier Ortskern Abgespeckte Variante

Nottuln -

Im nächsten Jahr folgt der zweite Bauabschnitt des Projektes „Barrierefreier Ortskern“. Betroffen ist vor allem der Kreuzungsbereich Stiftsstraße/Stiftsplatz/Schlaunstraße.

Von Ludger Warnke
Die Platanen in der Stiftsstraße sind am Ende ihres Lebenszyklus. Es zeichnet sich ab, dass sie möglicherweise entfernt werden müssen.
Die Platanen in der Stiftsstraße sind am Ende ihres Lebenszyklus. Es zeichnet sich ab, dass sie möglicherweise entfernt werden müssen. Foto: Pia Büttner

Das Projekt „Barrierefreier Ortskern Nottuln“ wird fortgesetzt. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung beauftragte am Mittwochabend die Gemeindeverwaltung einstimmig, den Antrag auf Städtebaufördermittel für den zweiten Bauabschnitt „Stiftsstraße“ bei der Bewilligungsbehörde einzureichen. Dieser zweite Bauabschnitt fällt aber kleiner aus, als die Verwaltung zunächst vorgeschlagen hatte. Er konzentriert sich nun auf den Bereich der Stiftsstraße, beginnend ab Haus Steinhoff, geht weiter über die Kreuzung Boer bis zur Nonnenbachbrücke in der Schlaunstraße.

In diesem Bereich sollen Fahrbahn und Gehwege nach dem Vorbild des ersten Bauabschnittes (Stiftsplatz/Kirchplatz) umgestaltet werden. Außerdem beinhaltet der zweite Bauabschnitt neu angelegte Gehwege an der Schlaunstraße (auf der einen Seite bis Höhe Gerburgis-Apotheke in der Von-der Reck-Straße und auf der anderen Seite entlang der Verwaltung bis Einmündung Kirchstraße/Ecke Sparkasse). Noch geprüft wird, ob ein barrierefreier Weg aus gesägtem Naturstein von der Schlaunstraße zum barrierefreien Hintereingang der Verwaltung angelegt wird. Ob die Anlieger an den Kosten für diesen Abschnitt zu beteiligen sind, wird gegenwärtig von einem externen Büro geprüft.

Das ursprüngliche Konzept der Verwaltung sah vor, auch den Fußweg auf der südlichen Seite der Stiftsstraße (gerade Hausnummern) bis zum Potthof neu anzulegen. Fachbereichsleiter Karsten Fuchte sprach dabei offen das Problem der großen Platanen an, die mit ihrem Wurzelwerk bereits große Schäden am Gehweg verursacht haben. Die Bäume wiesen bereits Hohlstellen auf und gingen auf das Ende ihres Lebenszyklus zu. Man werde die Bäume noch gutachterlich prüfen lassen, doch zeichne sich ab, dass sie wohl entfernt werden müssen. Für diesen Fall seien hochwertige Ersatzpflanzungen zwingend erforderlich, um den von Johann Conrad Schlaun geplanten Alleecharakter der Straße zu bewahren.

Verwundert zeigte sich die Politik, dass die Verwaltung nur die einseitige Gehwegerneuerung an der Stiftsstraße plane. Auch auf der Kastanienplatzseite bestehe Handlungsbedarf, zudem weise auch das Fahrbahnpflaster große Schäden auf.

Aus Sicht der Verwaltung zielt das Projekt in erster Linie auf die Herstellung von Barrierefreiheit ab, nicht auf großflächige Straßensanierungen. Würde man die Fahrbahnerneuerung mit in den Bauabschnitt aufnehmen, ergäben sich erhebliche Kostensteigerungen. Zudem sei in diesem Fall absehbar, dass die Anlieger zwingend an den Kosten zu beteiligen sind.

Weil am Mittwoch nicht alle Fragen geklärt werden konnten, entschied sich der Ausschuss dafür, den Bauabschnitt kleiner zu fassen. So kann einerseits der Förderantrag rechtzeitig vor Fristablauf 30. November gestellt werden, andererseits bleibt nun Zeit, in Ruhe den weiteren Bereich der Stiftsstraße zu überplanen, um daraus einen weiteren Bauabschnitt zu machen.

„Sie haben es geschafft!“

Es wurde zum Schluss ein knappes Rennen, aber mit glücklichem Ausgang. Rechtzeitig vor Martinimarkt sind die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Projektes „Barrierefreier Ortskern“ abgeschlossen worden. „Wir sind zufrieden“, meinte Fachbereichsleiter Karsten Fuchte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Bei einem Ortstermin vor der Sitzung hatte sich die Politik noch einmal ein Bild vom Ergebnis gemacht. Noch vorhandene Mängel werden von der Firma im Rahmen der Gewährleistung nach Martinimarkt beseitigt. Politiker aller Parteien sprachen der Verwaltung ein dickes Lob aus, dass das Projekt mit dem sehr sportlichen Zeitplan rechtzeitig vor Martini abgeschlossen wurde. Sogar Richard Dammann von den Grünen, anfangs einer der schärfsten Kritiker, meinte anerkennend zur Verwaltung: „Sie haben es geschafft!“ - luw

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