Ortsdurchfahrt Nottuln Erste Sofortmaßnahmen

Nottuln -

Im nächsten Frühjahr ist die neue Umgehungsstraße fertig. Was wird dann aus der Nottulner Ortsdurchfahrt?

Von Ludger Warnke
Die Bushaltestelle „Historischer Ortskern“ soll barrierefrei umgestaltet werden.
Die Bushaltestelle „Historischer Ortskern“ soll barrierefrei umgestaltet werden. Foto: Pia Büttner

Nach Inbetriebnahme der neuen Umgehungsstraße im Frühjahr 2018 soll die dann „alte“ Ortsdurchfahrt in Nottuln umgestaltet und optimiert werden. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung billigte am Mittwochabend mit 13:6 Stimmen ein von der Verwaltung erarbeitetes Konzept.

Kurzfristig umsetzbar sind demnach die Anlage von Zebrastreifen an den beiden Kreisverkehren Appelhülsener Straße, der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle „Historischer Ortskern“ am Potthof, die Optimierung der Ampelschaltungen für Fußgänger/Radfahrer und für den Querverkehr sowie eine gärtnerische Aufwertung des neuen Kreisverkehrs am Ortseingang Daruper Straße. Diese Maßnahmen lassen sich kurzfristig und kostengünstig zusammen mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW umsetzen.

Weitere Maßnahmen, wie die Anlage von Mini-Kreisverkehren, lassen sich nur mittelfristig realisieren (siehe weiteren Bericht) und bleiben daher ein Thema für die kommenden Jahre. Nicht umsetzen lässt sich nach Auskunft der Verwaltung die beidseitige Markierung von Radfahrer-Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Die Fahrbahnbreite reicht dafür nicht aus, allenfalls einseitig ist ein solcher Schutzstreifen möglich.

Mit dem Landesbetrieb hat die Gemeinde bereits eine Vereinbarung getroffen, dass in weiten Teilen der Ortsdurchfahrt die Fahrbahn (bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern) erneuert wird. Aus Sicht der Verwaltung ist es sehr empfehlenswert, die Ortsdurchfahrt vollständig saniert vom Landesbetrieb zu übernehmen. Sie bleibe auch nach Inbetriebnahme der Umgehung eine der am meisten befahrenen innerörtlichen Straßen (7000 bis 10 000 Fahrzeuge pro Tag). Die vom Landesbetrieb durchgeführte Sanierung biete eine gute Basis für weitere Maßnahmen. Andernfalls wäre in den kommenden Jahren eine umfassende gemeindliche Sanierung erforderlich. An den Kosten wären die Anlieger dann sehr wahrscheinlich zu beteiligen.

Die UBG wies in der Diskussion darauf hin, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW bereit sei, die Kosten für die Sanierung an die Gemeinde auszuzahlen. Die Gemeinde könne dieses Geld zunächst beiseitelegen, um in Ruhe die Umgestaltung zu planen.

Dieses Verfahren ist aus Sicht der Verwaltung nicht hilfreich. Es verzögere die Maßnahme und belaste die Anlieger. Denn sobald die Gemeinde anstelle des Landesbetriebs die Sanierung der Straße übernehme, seien die Anlieger aller Voraussicht nach zwingend an den Kosten zu beteiligen. Da spiele das Geld von Straßen.NRW keine Rolle.

Mit breiter Mehrheit votierte der Ausschuss dafür, dass die Ortsdurchfahrt in saniertem Zustand in die gemeindliche Trägerschaft übergeht. Auf Wunsch der Politik wird die Verwaltung das Thema der Anliegerbeteiligung aber noch einmal genauer prüfen.

Eine kritische Anmerkung gab es vom Daruper Ausschussmitglied Holger Zbick (SPD). Er nannte zwar die Überlegungen zur Umgestaltung der Nottulner Ortsdurchfahrt richtig, wunderte sich aber, dass für Darup nichts getan werde. In Darup versuche man seit Jahren, mit erheblich weniger Mitteln nach Fertigstellung der Umgehung die Ortsdurchfahrt umzugestalten, doch komme es nicht zu großen Fortschritten. Bei den Bürgern in Darup herrsche Unverständnis, wie viel Geld jetzt in Nottuln für die Umgestaltung verbraten werde.

Kreis Coesfeld sitzt mit im Boot

Mit Inbetriebnahme der Ortsumgehung (B 525) wird ein Großteil der Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße abgestuft, die dann von der Gemeinde selbst zu unterhalten ist. Als klassifizierte Straße (in diesem Fall Kreisstraße 18) verbleibt der zentrale Abschnitt von der Einmündung Dülmener Straße bis zur Einmündung Heriburgstraße. Hierfür ist der Kreis Coesfeld zuständig. Bei einer Umgestaltung der drei durch Ampeln gesteuerten Knotenpunkte (Anlage von Mini-Kreisverkehren) spricht der Kreis Coesfeld ein entscheidendes Wort mit. Die Gemeinde wird jetzt beim Kreis beantragen, die Umgestaltung dieser drei Knotenpunkte in das Straßenausbauprogramm des Kreises für die kommenden Jahre mit aufzunehmen. - luw

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