Fortuna Schapdetten Bogensport: Dem Ziel ein Stück näher

Schapdetten -

Die Schapdettener Bogensportler wollen einen neuen Schießplatz bauen. Die Politik hat zunächst einem früheren Baubeginn zugestimmt – mehr aber nicht.

Von Ludger Warnke
Die Anfänge in Schapdetten: Günter Kuhr zeigte im Jahr 2010 Interessierten, wie man mit dem Bogen schießt. Das Interesse war riesig.
Die Anfänge in Schapdetten: Günter Kuhr zeigte im Jahr 2010 Interessierten, wie man mit dem Bogen schießt. Das Interesse war riesig. Foto: Dominik Schlüter

Der Sportverein Fortuna Schapdetten ist seinem seit Langem geplanten neuen Bogensportplatz einen großen Schritt näher gekommen. Mit der knappen Mehrheit von 10:9 Stimmen entschied der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, dass die Fortuna mit den Erdarbeiten für den Bogensportplatz beginnen kann. Dieser vorzeitige Baubeginn hat keine Auswirkungen auf eine eventuelle Förderung durch die Gemeinde. Über den Zuschussantrag der Fortuna (rund 60 000 Euro) wird die Politik erst im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheiden (einstimmiger Beschluss).

Mit Beginn der Arbeiten ist die Gemeinde laut Bebauungsplan verpflichtet, Naturausgleichsmaßnahmen im Wert von rund 25 000 Euro durchzuführen. Der Ausschuss beschloss ebenfalls knapp mit 10:8 Stimmen bei einer Enthaltung, dass die Gemeinde diese Verpflichtung eingeht. Die dafür erforderlichen Gelder werden außerplanmäßig im Haushalt bereitgestellt. Außerdem wird mit der Fortuna eine neue Nutzungsvereinbarung abgeschlossen.

Der Beschluss erfolgte als Empfehlung. Das Thema kommt noch einmal im Haupt- und Finanzausschuss (28. November) und im Gemeinderat (12. Dezember) auf die Tagesordnung. Der SV Fortuna ist also noch nicht endgültig am Ziel.

Die Gemeindeverwaltung hatte das Thema in den Ausschuss gebracht, weil sie ein politisches Votum wegen der in diesem Jahr nicht eingeplanten Kosten für den Naturausgleich für erforderlich hielt. Die CDU war bereit, dem Antrag der Fortuna nachzukommen. Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle verwies auf Einsparungen bei den Ausgaben für Asylbewerberunterkünfte, sodass die Finanzierung der Naturausgleichsmaßnahmen gesichert sei. Mit Blick auf die Sportstättendebatte warnte Klaus Kienle (Grüne) davor, jetzt eine Extrasumme zu gewähren. Das gehöre in den großen (Diskussions-)Topf. Dem widersprach Rulle. Es gehe jetzt nicht um den Zuschussantrag, sondern um den vorzeitigen Baubeginn.

Uwe Mende , 2. Vorsitzender des SV Fortuna, erinnerte daran, dass dem Verein mit Datum 28. März 2017 die Baugenehmigung für den Bogensportplatz erteilt worden sei. Der Verein möchte jetzt kurzfristig beginnen, um vor der Frostperiode die Erdarbeiten durchführen zu können. Rund 8000 Kubikmeter Boden müssten bewegt werden. Gelinge dies vor dem Winter, könne der neu verteilte Boden sich über die Wintermonate setzen, was die weiteren Arbeiten erleichtere, begründete Mende die Dringlichkeit auf Nachfrage von Holger Zbick (SPD). Die Finanzierung der Erdarbeiten ist durch Sponsorengelder und Eigenleistungen des Vereins gesichert.

Mende wies darauf hin, dass der Verein das Projekt notfalls wohl auch ohne gemeindlichen Zuschuss stemmen könne. Dann müsste es aber zeitlich deutlich gestreckt werden.

„Es kann passieren, dass sie keinen Zuschuss erhalten werden“, betonte UBG-Fraktionsvorsitzender Jan Van de Vyle. „Wenn der Verein jetzt trotzdem mit dem Bau beginnen möchte, ist das für uns okay.“ FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Walter sprach sich dafür aus, der Fortuna entgegenzukommen: „Wir verlieren sonst an Glaubwürdigkeit.“

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