„Landschaftsfenster“ an der Burg Vischering in Lüdinghausen
Regenschutz für Enten?

Lüdinghausen -

Sie werden bei Spaziergängern und vor allem auf Facebook heftig diskutiert: die „Landschaftsfenster“ an der Burg Vischering. Und sie kommen dabei nicht gut weg. Mal sind sie Regenunterschlupf für Enten, mal wird gemutmaßt, dass „Planungsgelder rausgehauen werden“.

Samstag, 10.02.2018, 10:02 Uhr

Zumindest bei den Debattenbeiträgen auf Facebook sind die „Landschafsfenster“ an der Burg Vischering äußerst umstritten. Der Tenor: Sie verschandeln die Landschaft. Foto: wer

„Da können sich die Enten bei schlechtem Wetter unterstellen“ – dieser Kommentar auf Facebook ist noch der lustigste, wenn es um die Beurteilung der „Landschaftsfenster“ an der Burg Vischering geht. Andere mutmaßen: „Da mussten einfach die Planungsgelder rausgehauen werden.“ Die ganz große Keule schwingt eine Facebookerin, die meint: In Lüdinghausen werde seit Jahren alles schlechter. Man solle sich doch erinnern, „an welcher Stelle man bei der letzten Kommunalwahl sein Kreuz gemacht hat“. Wieder andere Beiträge mag man angesichts ihres rhetorischen Niveaus gar nicht wiedergeben. Kopfschütteln lösen die „Landschaftsfenster“ aber auch nicht selten bei Spaziergängern aus, die eher ratlos auf die nach zwei Seiten offenen und außen verglasten Kuben schauen.

Kuben kosten 90 000 Euro

„Die ,Landschaftsfenster‘ sind eine Idee des Planungsbüros Duncan/McCauley“, erklärte auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten Swenja Janning, die Kulturreferentin des Kreises Coesfeld. Das Planungsbüro war im Rahmen der Sanierung und Umgestaltung des Museums in der Burg Vischering auch mit der Außengestaltung beauftragt. Das Ganze sei als Einheit zu sehen, sagte Janning.

Zugleich stellte sie fest, dass die „Landschaftsfenster“ noch nicht endgültig fertiggestellt seien. Da müsse noch einiges passieren. Bis Mitte März solle das allerdings erledigt sein.

Insgesamt sind drei dieser Kuben aufgestellt worden: zwei an der Burg Vischering, einer an der Burg Lüdinghausen. Die Gesamtkosten – finanziert im Rahmen des Projektes „WasserBurgenWelt“ der Regionale 2016 – bezifferte sie mit 90 000 Euro. Für Janning haben die Würfel durchaus „einen zauberhaften Moment“. Die Natur werde durch die Spiegelung ganz anders wahrgenommen – ein interessantes künstlerisches Experiment.

„Wir wissen, dass die ,Landschaftsfenster’ auf Unmut stoßen“, erklärte die Kulturreferentin. Aber: Die stehen nicht nur einfach in der Landschaft. Vielmehr sollen sie noch durch erklärende Texttafeln ergänzt werden, die jeweils auf die Historie der beiden Burgen sowie die umgebende Flora und Fauna hinweisen. Zudem ständen sie im Zusammenhang mit anderen Elementen rund um die Burg. Das sei zum einen die Jagd-Installation auf der Wiese hinter der Burgkapelle, zum anderen die Hörmuschel in der Nähe des Backhauses.

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