Stahlkonstruktion für Rettungssteg an Burg Vischering in Lüdinghausen
Über diese Brücke musst du gehen

Lüdinghausen -

Der Rettungsweg für die Burg Vischering ist ein 22 Meter langer stählerner Steg. Er liegt drei Zentimeter unter der Wasseroberfläche, ebenso wie das elektrisch hochfahrbare Geländer. „Diese Lösung ist wohl einmalig“, sagt Architekt und Projektleiter Jens Enge.

Freitag, 08.12.2017, 09:12 Uhr

Mitarbeiter der Bösenseller Firma Fischer Metalltechnic installieren derzeit den Rettungssteg an der Außenmauer der Burg Vischering. Er ist 22 Meter lang und 1,20 Meter breit.
Mitarbeiter der Bösenseller Firma Fischer Metalltechnic installieren derzeit den Rettungssteg an der Außenmauer der Burg Vischering. Er ist 22 Meter lang und 1,20 Meter breit. Foto: Peter Werth

„Über sieben Brücken musst du gehen“ – so sang 1979 die DDR-Rockband Karat. Besucher der restaurierten Burg Vischering dagegen werden es – im Notfall – deutlich einfacher haben. Derzeit wird an der rückwärtigen Burgmauer ein 22 Meter langer stählerner Rettungssteg installiert, über den sich die Gäste der Wehranlage im Brandfall in Sicherheit bringen können. Gebaut wird der 1,20 Meter breite Rettungsweg von der Bösenseller Firma Fischer Metalltechnic.

Den Clou an der Sache beschreibt Architekt Jens Enge : „Der Steg wird nach der Fertigstellung nicht mehr zu sehen sein. Er befindet sich etwa drei Zentimeter unter der Wasseroberfläche.“ Selbst das per elektrischem Antrieb klappbare Geländer verschwindet unter Wasser, erläutert der Projektleiter des Architekturbüros „Pfeiffer – Ellermann – Preckel“ aus Münster.

Der Steg wird ähnlich einem Stecksystem aus dem Baukasten zusammengesetzt. Dafür wurde der die Ringmauer umgebende Wasserspiegel rund 60 Zentimeter abgesenkt und von dem Lüdinghauser Unternehmen Agrarservice Brune ein Damm aufgeschüttet. Dennoch stehen Daniel Krenz und Yasar Karabulut, die Mitarbeiter der Metallbaufirma, knietief in ihren Stiefeln im kalten Wasser der Gräfte. Der Steg ruht auf fünf Fundamenten aus Stahlbeton und wird mit rutschsicheren Stahlrosten belegt. Zusätzlich gibt es zwei Haltepunkte in der Burgmauer. „Alles“, so Enge, „ist verzinkt und korrosionsgeschützt.“ Im Notfall agiert das System autonom von der Elektrik der Burg. Die Gittertür, die den Zugang aus dem Innenhof der Burg in Richtung Steg freigibt, öffnet sich ebenso automatisch wie dann auch das Geländer in Position gebracht wird.

Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen installiert

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  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Peter Werth
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Anne Eckrodt
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Anne Eckrodt
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Anne Eckrodt
  • 22 Meter lang und 1,2 Meter breit ist der neue Rettungssteg an der Burg Vischering in Lüdinghausen Foto: Anne Eckrodt

Für die Anfahrt der Baufahrzeuge und des Materials musste zudem eine Querung mittels eines Dammes der Stever in Höhe der Georgswiese geschaffen werden. Anders hätte die Baustelle nicht erreicht werden können, beschreibt Enge eine zusätzliche Herausforderung. Beide Dämme sollen baldmöglichst wieder verschwinden. Die Konstruktion wird, wenn alles nach Plan läuft, Ende nächster Woche fertig sein. Und dann, so der Architekt, hat die Burg Vischering eine zumindest bundesweit wohl einmalige Lösung – die beste von zehn vorgeschlagenen Varianten – für einen Fluchtweg, so der Projektleiter.

Der Kreis Coesfeld lässt sich den Steg rund 130 000 Euro kosten, erklärte Swenja Janning. Die Kulturreferentin des Kreises freut sich schon auf den ersten Gang über den Steg.

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