Premiere gelungen: „Ümmes Zoff met denn Stoff“ Alles öko, außer Cannabis

Seppenrade -

Das Publikum war begeistert – Dank begeisternder Darsteller. Die Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Ümmes Zoff met denn Stoff“ am Samstag im Heimathaus verspricht auch für die noch ausstehenden Aufführungen jede Menge Spaß für seine Zuschauer.

Von Michael Beer
Ein voller Erfolg war die premiere des Stücks „Ümmes Zoff met denn Stoff“ am Samstag im Heimathaus.
Ein voller Erfolg war die premiere des Stücks „Ümmes Zoff met denn Stoff“ am Samstag im Heimathaus. Foto: mib

Mit der Auswahl der plattdeutschen Komödie „ Ümmes Zoff met denn Stoff“ hat die Theatergruppe Seppenrade voll ins Schwarze getroffen. Das Premierenpublikum war begeistert bei der ersten von neun Aufführungen im Heimathaus am Samstag, die immer wieder mit Szenenapplaus bedacht wurde.

Es war weniger der Inhalt des Stückes, in dem sich zwei Gemüsebauern, einer konventionell, die andere als Ökobäuerin, mit den üblichen Klischees – „du Giftmixer – du Müslifresserin“ – gegenüberstehen, als vielmehr die Charaktere und flotten Sprüche der Darsteller, die für Schenkelklopfer sorgten. Franz und Erika Kohlkopf, gespielt von An­dreas Westrup und Margret Hatebur, wissen kaum über die Runden zu kommen. Ihre Ökonachbarn, Maja und Klaus Müslein (Annegret Mennemann und Magnus Nibbenhagen ), beginnen zwar ihren Tag erst gegen Mittag, nehmen aber nicht nur mehr Geld mit ihrem Gemüse, sondern auch mit Majas chinesischen Heilmethoden an ihrer Kundin Hannelore von Wolkenstein (Sonja Schemmer) und deren Kater ein.

„Bonzo“ – die dunkle Gestalt

Anna Lädchen (Gertrud Brückner), Besitzerin des Lebensmittelgeschäfts, weiß nicht so recht, bei wem der beiden sie ihr Gemüse kaufen soll. Als dann die dunkle Gestalt „Bonzo“ (Frank Wienhölter) bei Kohlkopf aufläuft und ihm viel Geld bietet, wenn er ein Gemüse für ein Potenzmittel anbaut, träumt Franz vom großen Geld. Doch dieses Gemüse erweist sich als Cannabis und bereitet viel Ärger. Da ist auch noch das befreundete Ehepaar Maria und Giovanni Tomati (Maria Terjung und Werner Dreyer), Betreiber der Pizzeria im Ort, das Probleme mit dem Liebesleben hat – „Amore macht jede Frau gesund“. Auch hier ist der Rat von Franz Kohlkopf gefragt. Am Ende tritt Softie Theodor Lenor (Reinhard Brückner) auf den Plan.

Rollen wie auf den Leib geschnitten

Die Rollen scheinen den Laienschauspielern wie auf den Leib geschnitten. Garanten für viel Spaß sind An­dreas Westrup als Franz und Magnus Nibbenhagen als dösiger Gatte Klaus. Er muss sich immer mit Dreikornmüslis zufrieden geben, während seine Frau Steaks mit frischem Salat verspeist. „Du hast hier gerufen, als Gott die Dösigkeit verteilte. Jedes Radieschen hat mehr Temperament als du“, so seine Maja, von Annegret Mennemann ebenso gut in Szene gesetzt. Dass Klaus nicht der Hellste auf der Welt ist, beweist er, als er einen Brief erhält, „dass er in Sachen seiner verstorbenen Mutter beim Nachlassgericht zu erscheinen habe“. Und was macht Klaus, er zieht sich Mutters altes Kleid an, und will damit zum Gericht.

Auch Werner Dreyer und Maria Terjung als italienisches Ehepaar, das immer noch Probleme mit der deutschen Sprache hat, sorgten für Lachsalven. Und wenn ein Akteur mal seinen Text vergessen hatte, als alte Hasen auf der Bühne wurde das ganz gekonnt überspielt.

„Wir freuen uns schon auf die nächsten Aufführungen“, sagte Magnus Nibbenhagen, der Darsteller des „dösigen Klaus“, zum Ausklang des Premierenabends.

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