Jutta Speidel und August Schmölzer überzeugen als „Josef und Maria“ Bescherung statt Weltrevolution

Lüdinghausen -

Viel Beifall erhielten die beiden Schauspieler Jutta Speidel und August Schmölzer für ihre Darbietung in dem Stück „Josef und Maria“ vor ausverkauftem Haus in der Realschulaula.

Von Laurids Leibold
Sie präsentierten eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte: die beiden bekannten Schauspieler Jutta Speidel und August Schmölzer am Samstag auf der Bühne der Realschulaula.
Sie präsentierten eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte: die beiden bekannten Schauspieler Jutta Speidel und August Schmölzer am Samstag auf der Bühne der Realschulaula. Foto: Laurids Leibold

Ausverkauft war die Realschulaula am Freitagabend anlässlich des Stückes „Josef und Maria“ von Peter Turrini, präsentiert von der Kulturbühne. Dies lag wohl nicht zuletzt an den beiden aus Film und Fernsehen bekannten Schauspielern Jutta Speidel und August Schmölzer . Die Geschichte des Stückes ist schnell erzählt: Zwei einsame Senioren treffen an Heiligabend aufeinander und klagen sich gegenseitig ihr Leid. Dabei kommen sie sich, nicht zuletzt auch dank Alkoholkonsums, immer näher – bis sie letztendlich zueinander finden.

Am „sogenannten Heiligen Abend“, wie der religionskritische Josef nicht müde wird zu betonen, treffen sich „Frau Maria“ und „Herr Josef“ in dem Kaufhaus, in dem sie beide arbeiten. Zunächst stehen sie sich noch reserviert gegenüber und liefern sich kleine Wortgefechte („Sie sind halt auch sehr allein“ – „Ein Sozialist ist niemals allein.“) Doch nach einigen „Schluckerln gegen das Alleinsein“ (Zitat Maria) bricht das Eis allmählich zwischen ihnen und beide klagen sich ihr Leid.

Spontane Bescherung

Maria ist eine verwitwete Putzfrau und ihr einziger Sohn hat den Kontakt zu ihr abgebrochen – wegen ihrer Differenzen mit der Schwiegertochter. Josef ist überzeugter Sozialist und selbst ernannter Freidenker, der als Wachmann über die Runden kommt. Beide besitzen jedoch eine bewegte Vergangenheit. Maria trat als Varieté-Tänzerin in Albanien auf und kehrte bedingt durch den Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurück, wo sie eine Familie gründete. Josef wurde wegen seiner sozialistischen Weltanschauung von den Nazis verhaftet, konnte die Gefangenschaft jedoch überleben und versuchte es danach erfolglos als Theatermensch. Maria betont immer wieder ihre damalige Schönheit und Eleganz und versucht dies mit Tanzeinlagen und Fotos zu belegen, Josef hingegen träumt noch immer von der sozialistischen Weltrevolution und trauert dem Theater nach. Doch dann geschieht das Weihnachtswunder: Angeheitert vom Alkohol kommen sich die beiden näher. Nun wird gemeinsam getanzt, anzügliche Witze gemacht und eine spontane Bescherung abgehalten.

Mit viel Situationskomik und Wortwitz spielten Jutta Speidel und August Schmölzer diese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, wofür sie am Ende mit viel Applaus vom Publikum belohnt wurden.

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