Lüdinghausen Eine Frage an: Silke Niemeyer, Pfarrerin

Nur anerkannte Asylbewerber haben derzeit ein Recht auf Familiennachzug. Für Flüchtlinge mit „subsidiärem Schutz“ wurde dieses Recht für zwei Jahre ausgesetzt. CDU und CSU würden dies gerne noch verlängern. Als Grund wird häufig die Sorge vor einer Überforderung der Gesellschaft genannt. Ist das eine Argumentation, der Sie folgen können?

Niemeyer : Nein, ganz sicher nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft sehr wohl noch aufnahmefähig ist. Die Menschen, die zu uns kommen, bringen – neben allen Herausforderungen – auch viele Chancen für unser Land. Davon mal abgesehen: In Deutschland steht die Familie per Gesetz unter einem besonderen Schutz. Welches Verständnis von Familie aber haben wir denn, wenn wir diesen Menschen das Recht verwehren, mit ihren Kindern, Eltern oder Ehepartnern als Familie zusammen zu leben? Und wir alle wissen doch: In Ländern wie Syrien wird es in absehbarer Zeit keinen Frieden geben. Wer behauptet, die Menschen könnten in zwei oder drei Jahren dorthin zurückkehren, lügt sich und der Gesellschaft in die Tasche. Und alles nur, weil man wie das Kaninchen vor AFD sitzt und deren Politik der Angst betreibt.

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