Ausblick mit MdB Marc Henrichmann
Raumschiff Berlin erklären

Havixbeck -

Eine kleine Wohnung hat Marc Henrichmann in Berlin gefunden. Ein Klapprad für die kurze Fahrt zum Bundestag steht in der Bleibe parat.

Mittwoch, 03.01.2018, 18:01 Uhr

Eine große Runde von Medienvertretern war ins Stift Tilbeck gekommen, um mit Marc Henrichmann über seinen Einstieg als MdB zu diskutieren.
Eine große Runde von Medienvertretern war ins Stift Tilbeck gekommen, um mit Marc Henrichmann über seinen Einstieg als MdB zu diskutieren. Foto: Klaus de Carné

Eine kleine Wohnung hat Marc Henrichmann in Berlin gefunden. Ein Klapprad für die kurze Fahrt zum Bundestag steht in der Bleibe parat. Jetzt muss nur noch die Regierung gebildet werden und dann geht es erst richtig los. „Ja, das hoffen alle, dass die Bundesregierung bald einen festen Rahmen bekommt und kraftvoll an die Arbeit geht“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete, der während einer Pressekonferenz zum Jahresauftakt im Stift Tilbeck einen Ausblick auf die kommende Zeit gab.

Wie die Regierungskonstellation aussehen werde, darüber konnte er nur spekulieren. Für ihn sei der Ausstieg der FDP aus den Jamaika-Verhandlungen eine kalkulierte Sache gewesen. Wie er aus dem Sondiererkreis erfuhr, hätten die Grünen viele Zugeständnisse gemacht. Auf Neuwahlen könne er verzichten. Eine stabile Regierung brauche das Land.

Bislang gab es diesen Zustand noch nicht in der bundesdeutschen Geschichte: Auch drei Monate nach der Bundestagswahl stockt die Bildung einer Regierung. Für Henrichmann, den neuen Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II, waren die ersten Wochen dennoch ausgefüllt mit Terminen, Beratungen und Sitzungen.

Tilbeck-Geschäftsführerin Ruth Meyerink begrüßte den CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann im Café am Turm.

Tilbeck-Geschäftsführerin Ruth Meyerink begrüßte den CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann im Café am Turm. Foto: Klaus de Carné

„Das Parlament ist trotz der schwierigen Regierungsbildung arbeitsfähig“, unterstreicht der Havixbecker. Er kann der ungewöhnlichen Situation sogar etwas Positives abgewinnen, bleibt ihm dadurch doch mehr Raum, um sich nicht nur in Berlin, sondern auch vor Ort um die Belange in seinem Wahlkreis zu kümmern.

Zu den Gesprächen mit den Mitstreitern in der Fraktion gehöre es auch „Werbung in eigener Sache“ zu betreiben, berichtet Henrichmann. Dabei geht es um die Zusammensetzung der künftigen Ausschüsse. Seinen inhaltlichen Schwerpunkt sieht er in der Innenpolitik, insbesondere in der inneren Sicherheit. Ziel ist daher die Mitarbeit im Innenausschuss. „Sicherheit und Terrorismusbekämpfung lassen sich am ehesten durch eine enge Kooperation von uns Europäern mit allen demokratischen Staaten gewährleisten“, ist er überzeugt.

Vor diesem Hintergrund diskutierte er mit einer Delegation der tunesischen Opposition über die Zusammenarbeit in der Terrorabwehr, die Flüchtlingsfrage und den demokratischen Aufbau in dem nordafrikanischen Land (wir berichteten).

Gespräche führt der 41-Jährige aber nicht nur in der Hauptstadt. Auch im Kreis Coesfeld und im südlichen Kreis Steinfurt macht sich Henrichmann regelmäßig ein Bild von den Themen, die die Menschen beschäftigen. Im Januar stehen die Antrittsbesuche bei den Bürgermeistern und den Landräten an. Mit vielen sozial engagierten Menschen hat er sich schon unterhalten.

Henrichmann setzt auf die Jugend, die er im Wahlkampf oft getroffen hat. Er möchte ihnen das „Raumschiff“ Bundesregierung näher bringen und Vorurteile ausräumen. „So viele Fahrten nach Berlin wie möglich möchte ich für Schulen unterstützen. Auch außerhalb der Sitzungswochen.“

Großen Wert legt Henrichmann auf die Zusammenarbeit mit den Kirchen und kirchlichen Verbänden. Mit den katholischen Sozialverbänden hat er sich bereits über die Rentenpolitik ausgetauscht, auch an einer Aktion der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) zum Schutz des Sonntags beteiligt sich der heimische Abgeordnete.

Aber auch der Situation in der Pflege älterer Menschen und der Behindert­enbetreuung räumt er im Gespräch breiten Raum ein. Dazu konnte ihm Tilbeck-Geschäftsführerin Ruth Meyerink direkt einige Themen mit auf den Weg geben. Bewohner und Angehörige blickten in eine ungewisse Zukunft, welche Leistungen noch auf Dauer erbracht würden. Themenfelder, die schnell bearbeitet werden müssten. 

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5398113?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Chef der Kassenärzte will Gebühr für Notaufnahme
50 Euro pro Patient: Chef der Kassenärzte will Gebühr für Notaufnahme
Nachrichten-Ticker