Evangelische Gemeinde: Krippenspiel Verwandlung beginnt im Kleinen

Havixbeck -

Es ist immer wieder ein Vergnügen: das Krippenspiel der evangelischen Gemeinde. Diesmal standen die Stalltiere im Mittelpunkt.

Von Maxi Krähling
Die Stalltiere fanden es erst einmal gar nicht gut, dass ihr Ruhe gestört wird und sie ihren Stall mit Maria, Josef und dem Jesuskind teilen sollen.
Die Stalltiere fanden es erst einmal gar nicht gut, dass ihr Ruhe gestört wird und sie ihren Stall mit Maria, Josef und dem Jesuskind teilen sollen. Foto: Maxi Krähling

„Jetzt soll auch noch ein Kind in meinem Essen liegen“, beschwerte sich der Esel. Und auch die anderen Tiere im Stall zeigten sich nicht gerade begeistert, dass Fremde ihr Zuhause in Beschlag genommen hatten. „Das ist eine echte Zumutung“, rumorten sie im Chor. „Aber als der Esel das Kind dann gesehen hat, verwandelt sich seine Einstellung. Er schaut nicht mehr vor allem auf sich selbst. Aus dem Ärger über die Ruhestörung wird Liebe“, erklärte Vikarin Hanne Lamparter im Anschluss an das Krippenspiel.

Dieses fand traditionell am Weihnachtsnachmittag im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule statt. Und genauso traditionell waren wieder viele Familien gekommen, um der schönen Veranstaltung beizuwohnen.

Jedes Jahr studiert eine riesige Schar von Kindern das Krippenspiel ein. Immer mit einer etwas anderen Geschichte und aus einem anderen Blickwinkel. Dieses Mal ging es um die, die zum Krippenspiel einfach dazugehören, aber selten besonders in Erscheinung treten – die Stalltiere.

Natürlich inszenierten die Kinder und Jugendlichen die bekannte Weihnachtsgeschichte mit Josef und Maria, die im völlig überfüllten Bethlehem eine Unterkunft suchten. Aber vor allem der Esel, der Ochse und die Schafe kamen zu Wort.

Bei dem ganzen Trubel im Ort wollten sie einfach nur ihre Ruhe haben. Aber daraus wurde nichts. Denn der Herbergsvater vergab auch noch den letzten Platz im Stall an zwei Fremde. Die Aufregung darüber bei den Tieren war groß. „Sie hätten uns wenigstens fragen können“, meckerte der Esel.

Damit nicht genug. Denn es kündigte sich schließlich noch das kleine Jesuskind an. Diesem Zuwachs standen die Stalltiere dann völlig ablehnend gegenüber. „Was hat nur der Esel gedacht“, sang der niedliche Engelschor voller Inbrunst.

„So kommt Gott in einem Kind zur Welt, das zunächst erstmal gar nichts verändern kann. Dafür bringt es jede Zeitplanung durcheinander“, erklärte Vikarin Lamparter. Und das sollte Gottes Sohn sein?

Aber nach einer gewissen Zeit habe sich dann ein Umdenken bei den Tieren eingestellt. „Ich glaube, dieses Kind wird diese harte Welt verwandeln. Bei mir fängt es schon an“, freute sich der Esel schließlich doch über den Besuch in seiner Krippe.

„So beginnt die Verwandlung im Kleinen“, sagte Hanne Lamparter.

Team bereitete Kinder vor

An jedem Adventssonntag haben die Kinder für das Krippenspiel geprobt. Kerstin Kaltmeyer studierte die vielen Lieder mit dem Engelchor ein. Alfred Holtmann führte in bewährter Weise den Posaunenchor an. Um die Inszenierung des Krippenspiels sowie die Technik und die Kostüme kümmerten sich Miriam, Lisa und Marina Paffrath, Ursula Bauer, Paul Seiler, Jacqueline Söte, David und Sara Meyer, Michelle Hartmann sowie Astrid Brinkbäumer.

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