Neuer Findling Mit der Eiszeit nach Hohenholte

Hohenholte -

Über 200.000 Jahre ist er alt, der neue, dicke Brocken im Hohenholter Ortskern. Es handelt sich um einen Granit-Findling.

Von Klaus de Carné
Durch die Eiszeit vor über 200.000 Jahren kam dieser tonnenschwere Granit-Findling von Skandinavien bis nach Hohenholte. Nun wurde der riesige Stein bei Straßenbauarbeiten entdeckt.
Durch die Eiszeit vor über 200.000 Jahren kam dieser tonnenschwere Granit-Findling von Skandinavien bis nach Hohenholte. Nun wurde der riesige Stein bei Straßenbauarbeiten entdeckt. Foto: Bernd Tenbergen

Seit einigen Tagen liegt unübersehbar mitten im Hohenholter Dorfkern ein großer Findling mit einem Gewicht von rund 3,5 Tonnen. Gefunden wurde der Stein und ein zweites Exemplar Mitte des Jahres bei den Straßenbauarbeiten an der Kreisstraße 50 in der Bauerschaft Herkentrup zwischen Overwaul und dem Stiftsdorf. Mit der vorletzten Eiszeit vor rund 200.000 Jahren kam der Stein ins Münsterland.

„Die Berechnung des Volumens ergab nach der Methode des Münsteraner Geologie-Professors Speetzen 1,35 Kubikmeter“, erklärte Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundemuseum. Der Findling besteht aus Granit, der auffällige lachsfarbene Alkalifeldspäte enthält. Bei einem Ortstermin in Hohenholte und in der Bauerschaft Herkentrup wurden die beiden Findlinge von Mitarbeitern des LWL-Museums für Naturkunde genauer untersucht und vermessen.

LWL-Geologe Dr. Lothar Schöllmann (r.) bei der Arbeit. Foto: Bernd Tenbergen

LWL-Geologe Dr. Lothar Schöllmann kam dabei zu dem Ergebnis, dass es sich um Granitsteine aus Schweden oder einem Nachbarland handelt. Schöllmann weiter: „Da es sich nicht um ein Leitgeschiebe handelt, kann als Herkunft nur der skandinavische Raum angegeben werden.” Am Donnerstagabend kam das gesicherte Ergebnis vom Naturkundemuseum: Es handelt sich wirklich um einen skandinavischen Granit.

Eine kleine Gesteinsprobe mit allen wichtigen Angaben zum Fundort wurde in die Gesteinssammlung des Naturkundemuseums übernommen. Die nun sichere Bestimmung war nur unter dem Mikroskop möglich, doch damit herrscht Klarheit für alle geologisch Interessierten.

Die Handwerkergilde sorgte mit vereinten Kräften dafür, dass der Findling in den Ortskern kam. Foto: Handwerkergilde

Der Vorstand der Hohenholter Handwerkergilde wurde informiert. Dieser sorgte in Absprache mit dem Straßenbauamt des Kreises für die Genehmigung und den Verbleib des ungewöhnlich großen Findlings in Hohenholte. Mit Hilfe der Firma Tigger und des Landwirtschaftsbetriebes Holtkötter konnte der große Stein auf den Platz vor dem Maibaum transportiert werden.

Der zweite Findling, der ebenfalls in Herkentrup direkt neben dem nun in Hohenholte liegenden Stein von Bauarbeitern gefunden wurde, hat seinen neuen Liegeplatz wenige hundert Meter vom Fundort vor dem Haus Herkentrup 28 gefunden. Er stammt ebenfalls aus Skandinavien und dürfte rund 200.000 Jahre alt sein.

„Findlinge im Münsterland sind zwar häufig, doch so große und noch zwei unmittelbar zusammenliegende Steine zu finden, ist etwas Besonderes”, betont Dr. Bernd Tenbergen. Er freut sich, dass nun die Gesteinsfindlinge in der Gemeinde bleiben und für jedermann auf Dauer zugänglich sind.

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