Projekt Wahlbüro 2017 Diskriminierung aufheben

HAVIXBECK -

Mit dem Projekt „Wahlbüro 2017“ geht es darum, Politik in leichter und verständlicher Sprache den Menschen mit Handicap zu vermitteln.

Von Iris Bergmann
Rede und Antwort standen Politiker von fünf Parteien beim Projekt „Wahlbüro 2017“ des Stiftes Tilbeck. Viele Tilbecker waren dazu in die Werkstatt gekommen. Dr. Norbert Tiermann (r.) moderierte die Veranstaltung.
Rede und Antwort standen Politiker von fünf Parteien beim Projekt „Wahlbüro 2017“ des Stiftes Tilbeck. Viele Tilbecker waren dazu in die Werkstatt gekommen. Dr. Norbert Tiermann (r.) moderierte die Veranstaltung. Foto: Iris Bergmann

„Dies ist der Abschluss einer Aktion, die dazu beiträgt, dass Menschen mit Handicap einen Anteil an der Politik bekommen.“ Peter Amadeus Schneider begrüßte zur letzten Veranstaltung des Projektes „Wahlbüro 2017“ neben zahlreichen interessierten Zuhörern und Bewohnern des Stiftes Tilbeck, Politiker, die sich den Fragen des Publikums stellten, sowie den Moderator, Chefredakteur unserer Zeitung, Dr. Norbert Tiemann.

Mit dem Projekt „Wahlbüro 2017“ geht es darum, Politik in leichter und verständlicher Sprache den Menschen mit Handicap zu vermitteln. Das war am Dienstagabend in der Kantine der Tilbecker Werkstätten die vornehmliche Aufgabe der fünf Bundestagskandidaten Marc Henrichmann ( CDU ), Ulrich Hampel (SPD), Friedrich Ostendorff (Grüne), Daniel Fahr (FDP) und Dr. Gernod Röken (Die Linke).

Während Menschen mit Handicap bereits bei der Landtagswahl mitwählen dürfen, ist das für die Bundestagswahl nicht der Fall. Unter anderem mussten sich die fünf Politiker auch dieser Frage stellen, die sie jedoch unisono positiv beantworteten: „Diese Diskriminierung müssen wir aufheben“, so Friedrich Ostendorff. Und „Menschen mit Handicap sollten wählen, denn sie sind ja auch politisch engagiert,“ meinte Marc Henrichmann.

Zur Sprache kam auch die Lohngerechtigkeit. Soziale Einrichtungen, die Menschen mit Handicap beschäftigen, müssen sich nicht den Regeln des sogenannten ersten Arbeitsmarktes mit dem Mindestlohn unterwerfen. „Wir arbeiten genauso viele Stunden wie andere, bekommen aber nur ganz wenig Geld. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“, fragte ein Zuhörer. Auch die schwindende Anzahl an qualifizierten Pflegekräften wurde angesprochen. „Wir brauchen mehr Leute für die Pflege,“ so eine Forderung.

Patentlösungen gab es an dem Abend nicht, aber Übereinstimmung aller fünf Politiker, dass sie sich dafür einsetzen werden, die bereits geplanten Änderungen wie zum Beispiel beim Bundestagswahlrecht einmal mehr voranzutreiben. Sie zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Menschen in Tilbeck. „Veranstaltungen wie diese heute sind auch für uns wichtig“, so der Havixbecker Henrichmann.

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