Opfer in Todesangst DNA-Spur: Verdächtiger steht 15 Jahre nach der Tat vor Gericht

Münster/Ascheberg -

Eine DNA-Spur führte 15 Jahre nach der Tat zum heute 39-jährigen Angeklagten, der sich vor Gericht wegen eines brutalen Angriffs auf eine junge Aschebergerin verantworten muss.

Von Hanno Ewald
Opfer in Todesangst: DNA-Spur: Verdächtiger steht 15 Jahre nach der Tat vor Gericht
(Symbolfoto) Foto: colourbox.com

„Je mehr ich geschrien habe, je mehr drückte er zu. Ich hatte Todesangst und wollte nur leben.“ Es war im Juli 2003, gegen 3 Uhr morgens, als die junge Aschebergerin sich auf dem Heimweg befand und ein Mann mit brutaler Gewalt den Geschlechtsverkehr mit ihr erzwingen wollte. In Todesangst und um den Mann nicht zu provozieren, gab das Opfer zwischenzeitlich ihren körperlichen Widerstand auf. Allerdings hatte die Frau noch Glück im Unglück, dass es nicht zu einer noch tiefgreifenderen Erniedrigung und Demütigung kam. Vermutlich ließ der Täter durch nahendes Hundegebell von seinem Vorhaben ab, weil er fürchtete, entdeckt zu werden.

Jetzt, fast 15 Jahre nach der Gewalttat, steht der im Senegal geborene und in Husum wohnende Angeklagte, wegen des Verbrechens vor dem Landgericht. Eine DNA- Spur führte zum Angeklagten. „Demütig“ saß der 39-Jährige am Mittwoch neben seinem Verteidiger auf der Anklagebank. Im Vorfeld hatte der Mann zunächst die Tat abgestritten. Doch sein Gewissen, wie er sagte, habe anders entschieden. Er habe es nicht aus dem Kopf bekommen. In einer von seinem Verteidiger abgegebenen Erklärung räumte er die Tat ein.

Opfer und Zeugin im Zeugenstand

Der Angeklagte selbst schilderte, dass er sich zur Tatzeit als Schmuckverkäufer in Ascheberg aufgehalten habe. Weil er Alkohol getrunken und nicht schlafen konnte, sei er unterwegs gewesen. Als er die sich nähernde junge Frau bemerkte, habe er sich in diesem Moment zu der Tat entschlossen. Bevor er der Frau nacheilte und sie von hinten ergriff, hatte er sein Gesicht mit einem Schal vermummt. „Die Frau hat sofort geschrien. Ich habe ihr den Mund zugehalten und sie in den Graben geschubst, um mein Vorhaben durchzuführen“, schilderte der Angeklagte den Hergang. Schließlich sei er aus Angst vor Entdeckung weggelaufen. „Ich schäme mich vor meiner Frau und vor allen.“ Es sei ihm unbegreiflich, dass er zu solch einer Tat fähig gewesen sei.

Nach den Ausführungen des 39-Jährigen traten das Opfer und eine Zeugin in den Zeugenstand. Während der Aussage der jungen Aschebergerin wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Zeugin schilderte, dass sie mit ihrem Hund rausgegangen sei, nachdem sie Hilferufe gehört habe. Als der Hund sie in den Graben gezogen hatte, habe sie gesehen, wie jemand auf der Frau lag. Als sie dann geschrien und der Hund geknurrt habe, sei der Mann geflüchtet.

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