Dinner for One in Ascheberg Das Abschlussessen zum 90. Geburtstagsjahr

Ascheberg -

Was könnte es für einen perfekteren Abschluss für den 90. Geburtstag geben als den bekanntesten 90. Geburtstag der Welt? Logisch also, dass die Kolpingsfamilie Ascheberg ihr Geburtstagsjahr am Silvesterabend mit einem besonders legendären Leckerbissen ausklingen ließ.

Von Tina Nitsche
Grandioser Abschluss  eines besonderen Jahres: Die Kolpingsfamilie Ascheberg lud zu „Iättn for een“ und beendete das Geburtstagsjahr mit einem Angriff aufs Zwerchfell. Sascha Klaverkamp schlüpfte in die Rolle des gebeutelten Knechts, Waltraud Pällmann spielte Tante Änne.
Grandioser Abschluss  eines besonderen Jahres: Die Kolpingsfamilie Ascheberg lud zu „Iättn for een“ und beendete das Geburtstagsjahr mit einem Angriff aufs Zwerchfell. Sascha Klaverkamp schlüpfte in die Rolle des gebeutelten Knechts, Waltraud Pällmann spielte Tante Änne. Foto: tani

Nein, natürlich war es in diesem Falle irgendwie nicht „The same procedure as every year! Schließlich feiert die Kolpingsfamilie nicht jedes Jahr ihren 90. Aber das Dinner for one, das darf zum allgemeinen Jahresabschluss nicht fehlen.

In diesem Falle ging es dabei nicht typisch britisch zu. Statt des englisch trockenen Humors lag bei der plattdeutschen Version „Iättn for een“ ein Hauch westfälischer Atmosphäre in der Luft. An Stelle von Butler James stand Knecht Bennad am Büffet und landete, kaum dass er auf der Bildfläche erschien, die ersten Angriffe auf die Lachmuskeln des Publikums, das nicht nur einfach dabei, sondern mitten im Geschehen war. Denn die Szenerie war mitten im Publikum aufgebaut. Sascha Klaverkamp schlüpfte in die Rolle des arg gebeutelten Knechts und brillierte mit einer Glanzleistung, mehr noch er feuerte eine Lachsalve nach der anderen ab, und sorgte dafür, dass im Pfarrheim kein Auge trocken blieb. Logisch, denn Tante Änne (bravourös gespielt von Waltraud Pällmann), die hier anstatt der bekannten Tante Sophie ihren 90. Geburtstag feierte prostete in Abendgarderobe und schwarzen Spitzenhandschuhen ihren längst verstorbenen Freunden „Brömmelkamp, Brandmiester von Darmich, Pastor Brömmelmann und mien Tönne“ zu.

Bennad musste wie in jedem Jahr in die Rolle der Freunde schlüpfen und dabei echtes Stehvermögen beweisen, erwies sich das Tantchen doch als höchst trinkfreudig. Rotwein, Sekt und Korn schüttete er gleich in vierfacher Menge in sich hinein, immer mit dem passenden Trinkspruch auf den Lippen. Mit zunehmenden Gläschen ging ihm die Arbeit schwerer von der Hand: Servieren, trinken, servieren – dies Prozedere hinterließ deutliche Spuren. Irgendwann verwechselte der arme Kerl die Blumenvase mit dem Glas verschüttete einiges, stolperte über das akkurat drapierte Tigerfell und landete prompt auf dem Schoß eines Gastes. Das Publikum bog sich vor Lachen. Tante Änne hingegen ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nicht endend wollender Applaus und mehrfach der Ausruf „das war mal richtig gut“ war die Belohnung für die Glanzleistung des Duos Klaverkamp/Pällmann, die eingangs ganz fachmännisch vom Enkel beziehungsweise Sohn, Niklas Klaverkamp, angekündigt wurden.

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