Musikschule Ascheberg Lehrer schnüren bunten Musikstrauß

Ascheberg -

Musik macht Begegnungen über jede zeitliche Grenze hinweg möglich: Da trifft Richard Strauß auf rassigen Tango, Boccherini auf Swing und dazu gesellt sich gar noch ein aktueller Grand Prix-Siegertitel. Es war eine abwechslungsreiche musikalische Mischung, die zehn Lehrkräfte der Musikschule dem Publikum im gut besuchten Bürgerforum präsentierten.

Von Nicole Klein-Weiland
Tango in den verschiedensten Facetten präsentierten Peter Spaeth (l.), Alexander Gabriel und Ruslan Maximovski (r.). Musik vom Sohn  des Genies: Ein „Rondo“ von Franz Xaxer Mozart ließen Miriam Borsch und Christoph Hönig (l.) erklingen.
Tango in den verschiedensten Facetten präsentierten Peter Spaeth (l.), Alexander Gabriel und Ruslan Maximovski (r.). Musik vom Sohn  des Genies: Ein „Rondo“ von Franz Xaxer Mozart ließen Miriam Borsch und Christoph Hönig (l.) erklingen. Foto: nico

Mozart kennt jeder. Allerdings nicht den, dessen Komposition am Sonntag im Bürgerforum erklangen: Franz Xaver Mozart stand auf dem Programm des Lehrerkonzerts, zu dem die Musikschule Ascheberg eingeladen hatte. Neben einem Werk dieses jüngsten Mozart-Sprosses gab es musikalische Kleinode verschiedenster Stilrichtungen zu hören.

Romantik und Impressionismus ließen Michael Lippert (Klavier) und als Gast seine musikalische Partnerin Isabel Wamig (Gesang) mit vier Liedern von Richard Strauß und Claude Debussy aufleben.

„Das nachfolgende Stück stammt aus den Anfängen der Klassik und ist eigentlich für Gitarre und ein Orchester gedacht. Ich werde dieses so gut wie es geht ersetzten“, informierte Christoph Hönig, bevor er am Flügel Gitarrenlehrer Robert Smolarek bei einem Satz aus dem Gitarrenkonzert A-Dur von Boccherini begleitete.

Im Anschluss stand Mozart auf dem Programm. Allerdings nicht der, den man gemeinhin kennt. Sondern eine Komposition seines jüngsten Sprösslings, für den das übermächtige Vorbild des Vaters eine lebenslange Bürde war. Nichtsdestotrotz hat Franz Xaver Mozart einige bemerkenswerte Werke hinterlassen, darunter das „Rondo“, ein melodienreiches Werk mit individuellem Ton, den Querflötenlehrerin Miriam Borsch, begleitet von Christoph Hönig am Klavier, gekonnt einfing.

Eine Hommage an alle Tango-Komponisten, die folkloristische Elemente in den Tango gebracht haben, ließen Alexander Gabriel (Klavier) und Gitarrist Wolfgang Zernig mit „Aquellos tangos camperos“ von Horacia Salgán erklingen. Weitaus melancholischer kam anschließend das portugiesische „Amar Pelos dois“ von Luisa Sobral daher. Es ist der diesjährige Siegertitel des Eurovision Song Contest, der in der Interpretation mit Klavier und Gitarre eine komplett andere musikalische Anmutung bekommt.

Nach der Pause gestalteten zwei Ensembles das Programm. Ruslan Maximovski (Akkordeon), Andrzej Jedrzejak (Saxophon), Jörg Drewing (Posaune) und Erick Paniagua (Bass) brachten mit dem „Wild Cat Blues“ und „Bei mir bist du schön“ Jazz und Swing ins Bürgerforum.

Dass beim Lehrerkonzert Tango auf dem Programm steht, hat Tradition. Die Musik ist Ausdruck von Leidenschaft, Melancholie und Schmerz, den das „Tango Trio“ auf unterschiedlichste Weise einfängt - mal schwungvoll mit dem lautmalerischen „La yumba“, mal wehmütig mit Tönen von Nelegatti. „Wer tanzen möchte, ist gerne eingeladen“, rief Gastmusiker Peter Spaeth (Kontrabass) das Publikum beim „Café Domìnguez“ auf. Obwohl der Rhythmus einige Gäste sichtlich in den Füßen kitzelte, traute sich doch niemand einfach eine Runde zu tanzen.

Die Gäste im Bürgerforum, darunter auch viele Schüler der Musikschule, sparten nicht an Beifall für die Aktiven. „Der Applaus ist zwar das Brot des Künstlers, aber finanziert leider nichts“, bedauerte Musikschulleiter Christoph Hönig und bat um eine Spende für den Trägerverein.

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