Eine Woche unterwegs Taucher inspizieren Wracks vor Norwegens Küste

Herbern -

Die Tauchfreunde Markus Büscher, Paul Schütte und Christian Kulzer aus Herbern sowie Thomas Treser aus Kamen haben jetzt eine einwöchige Tauchsafari in Norwegen mit vielen Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen hinter sich gebracht.

Von Isabel Schütte
Bereit zum Tauchgang: Thomas Treser, Christian Kulzer, Paul Schütte und Markus Büscher inspizierten in diesem Jahr in Wracks in Norwegen.
Bereit zum Tauchgang: Thomas Treser, Christian Kulzer, Paul Schütte und Markus Büscher inspizierten in diesem Jahr in Wracks in Norwegen. Foto: privat

„Ich habe in dieser Woche soviel in Sachen im Tauchen gelernt wie noch nie zuvor“, sagt Markus Büscher , der mit 600 Tauchgängen einer der „Unerfahrensten“ in der Gruppe ist. Seit einigen Jahren fahren die vier Männer in regelmäßigen Abständen immer eine Woche zum Tauchurlaub.

In diesem Jahr hatten sie sich ein Gebiet in Norwegen ausgesucht. Nachdem das Quartett die rund 1000 Kilometer Wegstrecke auf sich genommen hatte, ging es in Skottevik, einem kleinen Ort östlich von Kristiansand auf Tauchsafari. Die Männer haben sich im Vorfeld für dieses Tauchgebiet entschieden, da von Skottevik aus Wracks in allen Tiefenbereichen angesteuert werden können. Büscher, Schütte , Kulzer und Treser entschieden sich in der Woche für zwei große Wrack-Tauchgänge. Zum einen wurde das Flugzeug DO-24 und das Wrack der MS Seattle betaucht. Ausgestattet mit Trockentauchanzügen und speziellen Unterziehshirts, Lampen und sogenannten Seascootern (akkubetriebene Geräte, die helfen, durchs Wasser zu gleiten und zu tauchen) ging es in das sechs Grad kalte Gewässer. Da in dem Bereich des Fjordes Süß- und Salzwasser zusammenfließen, entsteht beim Eintauchen ein nachtähnlicher Zustand.

Alle vier wurden ordnungsgemäß gesichert, um den Kontakt nicht zu verlieren. Als die dunkle Schicht sich aufklärte und die Scheinwerfer das Flugzeugwrack anstrahlten, entschädigte dieses für alle Mühen. „Es war unbeschreiblich. Bisher hatte ich persönlich noch kein Wrack betaucht und von daher war das schon etwas Besonderes für mich“, so Markus Büscher. Die insgesamt vier Wrackteile des Flugzeugs DO-24 sind durch Leinen miteinander verbunden. Cockpit und Rumpf sind im Gegensatz zum Heck und dem anderen Flügel in einem sehr gutem Zustand, wie die Taucherfreunde berichteten. Erschöpft aber dennoch glücklich wurde der erste von insgesamt zwölf Tauchgängen nach rund dreißig Minuten beendet. Dass diese Art des Tauchens nur etwas für erfahrene Taucher ist, steht außer Frage.

Auch außerhalb des Wassers ist der einwöchige Aufenthalt ein unvergessliches Abenteuer. „Back to the roots“, verrät Büscher. Das Abendessen mit Makrele und Pollak wurde ebenfalls selbst gefangen und anschließend von den Herren zubereitet. Nach mehreren kleinen Tauchgängen, ging es zum Abschluss noch runter zum Wrack der Seattle. Das Schiff versank am 9. April 1940 als es auf dem Weg nach Kristiansand war und es zum Kreuzbeschuss zwischen dem Deutschen Kreuzer Karlsruhe und der Norwegischen Küstenfestung Odderøya kam. Das Wrack der Seattle wurde 1988 von Erling Skjold gefunden. Die Tauchfreunde waren begeistert von dem gut erhaltenen Wrack, welches in einer Tiefe von zwanzig bis vierzig Metern liegt. Auch nach diesem Tauchgang musste erst wieder Kraft getankt werden, denn solche Kaltwassertauchgänge sind sehr anstrengend. Mit einem Zwischenstopp in Flensburg, wo die Truppe sich noch einen schönen gemütlichen Abend machte, ging es anschließend zurück nach Herbern. „Die Woche ist so schnell rum gegangen aber die Erinnerungen bleiben“, resümiert Markus Büscher.

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