Kabarettistin Hettwich bei den Landfrauen 
Schönheit vergeht, Hektar besteht

Schöppingen -

Hettwich von Himmelsbergs Mann ist froh, wenn sie endlich wieder nach Hause kommt. Der Grund: die Fernbedienung des Fernsehers. Die Attendornerin nimmt bei ihrem Auftritt auf der Jahreshauptversammlung der Landfrauen aber nicht nur ihren Mann aufs Korn.

Freitag, 12.01.2018, 06:01 Uhr

Mit der Fernbedienung kann Hettwich vom Himmelsberg ihren Mann glücklich machen.
Mit der Fernbedienung kann Hettwich vom Himmelsberg ihren Mann glücklich machen. Foto: Rupert Joemann

Hettwich von Himmelsbergs Mann ist froh, wenn sie endlich wieder nach Hause kommt. Den Grund hält sie in der Hand und streckt ihn in die Luft: die Fernbedienung des Fernsehers. Die Attendornerin nimmt bei ihrem Auftritt auf der Jahreshauptversammlung der Landfrauen aber nicht nur ihren Mann und alle anderen Männer aufs Korn, sie wirft auch einen ganz eigenen, selbstkritischen Blick auf die weibliche Landbevölkerung.

So dürften die Frauen zwar seit 1918 wählen, doch noch sei es für die Frauen nicht möglich alleine – ohne einen Mann an der Seite – einen Handwerker zu bestellen. Ihre Erfahrung: Der Handwerker fragt die Frau nach dem Vornamen des Gatten, wenn er die Anfrage entgegennimmt. Unvorstellbar für den Handwerker, dass das weibliche Geschlecht gleichberechtigt ist.

Gleichberechtigung herrscht nur im Stall. Da darf die Frau genauso hart arbeiten wie die Männer. Eine Dankeschön gibt‘s dafür aber nicht, „deshalb machen so viele Frauen auch ein Ehrenamt in der Katholischen Kirche “, sagt Hettwich vom Himmelsberg. Da gibt es wenigstens etwas Anerkennung.

Trotz alledem: Eintauschen möchte Hettwich ihren Mann nicht. Nicht, weil es ihre große Liebe ist, sondern der nächste wäre wahrscheinlich einfach nicht besser. Manche Frauen glaubten zwar, dass die Kirschen beim Nachbarn süßer seien, am Ende stelle sich aber heraus, dass die auch nur Würmer hätten, so die Attendornerin mit ihre markanten Brille. Dann doch lieber den alten Mann behalten.

Eigentlich wollte Hettwich ja einen anderen Mann, den sie beim Ausflug speziell für ledige Katholiken kennengelernt hatte (dadurch sollten Mischehen vermieden werden.) Doch der habe sich später für Maria entschieden. Sein entscheidendes Kriterium: „Schönheit vergeht, Hektar besteht!

Hettwich vom Himmelsberg hat aber noch einen anderen Tipp für die Frauen parat. „Wenn ihr euren Mann nicht mehr ertragen könnt, legt im Frühjahr einfach eine neue Decke drüber.“ So eine leichte Erneuerung scheint Wunder zu wirken.“

Da nimmt sie es auch in Kauf, dass ihr Mann nie auf die Idee käme, den Wäschekorb mit ins Obergeschoss zu nehmen. Egal wie oft er dran vorbeiläuft. Ihm den Wäschekorb mal in den Weg zu stellen, damit er drüber stolpert, ist für Hettwich auch keine Alternative: „Ich kenne die Versicherungsunterlagen und weiß, dass sich das nicht lohnt.“

Die Kabarettistin hält aber auch den Frauen den Spiegel vor. Das fängt schon vor Beginn des eigentlichen Auftritts an. Sie fordert die Frauen auf, noch einmal „präventiv aufs Klo“ zu gehen, dass machten die Damen ja gerne.

Auch sollten sie sich noch schnell „ein Bütterken holen“, denn nach 18 Uhr setze das ja an, sagt sie und zeigt auf die Hüfte. „Ihr müsst zwei essen, sonst humpelt ihr“, empfiehlt sie den Landfrauen.

Auf ganz charmante Art und Weise nimmt die Sauerländerin den Hang von Frauen in einem Dorf zu Klatsch und Tratsch aufs Korn. Das soziale Netzwerk sorge dafür, dass die Menschen glücklich und zufrieden lebten, aber, wenn beim Landfrauen-Ausflug der Rock beim Modehaus Bruno Kleine platze, „weiß es zuerst der Bus und dann das ganze Dorf“. Nichts bleibt verborgen.

Während das Tratschen über Generationen geblieben ist, hat sich aus Hettwichs Sicht das Verhalten der jungen Mütter verändert. Früher wurde die Haustür aufgemacht und die Kinder zum Spielen rausgeschickt, heute kutschieren Mütter ihre Kleinen im Auto zu diversen Fördergruppen. „Die Eltern stehen unter dem Kinderpantoffel“, findet Hettwich.

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