Maßnahmen gegen Schweinepest
Wildschweine im Münsterland gesichtet

Schöppingen/Heek/Alstätte -

Schöppingen, Metelen, Heek, Alstätte – da sind die Wildschweine schon durchgezogen. Zwar waren sie meistens nur zu Besuch. Trotzdem ergreifen die Landwirte erste Maßnahmen.

Mittwoch, 10.01.2018, 06:01 Uhr

Als Wechselwild zu Besuch sind Wildschweine derzeit immer mal wieder in Schöppingen, Heek und Alstätte. Ansonsten fehlen ihnen hier die Rückzugsmöglichkeiten, sagt Jäger Elmar Möllenkotte.
Als Wechselwild zu Besuch sind Wildschweine derzeit immer mal wieder in Schöppingen, Heek und Alstätte. Ansonsten fehlen ihnen hier die Rückzugsmöglichkeiten, sagt Jäger Elmar Möllenkotte. Foto: dpa

„Schöppingen, Metelen, Heek, Alstätte – da sind die Wildschweine schon durchgezogen. Es handelt sich allerdings nicht um Standwild, dazu fehlen hier die Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Sie kommen – salopp formuliert – als Wechselwild eher mal auf diesen Gebieten zu Besuch.“ Das erklärt Elmar Möllenkotte, der die Jagd in Tinge ausübt. Allerdings: „Mein Bruder hat letzte Woche in Alstätte bei der Drückjagd gemeinsam mit seinen Kollegen immerhin sechs Wildschweine geschossen.“

Auch von einer Begegnung mit den Borstenviechern bei einem ganz normalen Spaziergang auf dem Schöppinger Berg hätten Bürger schon berichtet, so Möllenkotte: „Einmal lief ein Tier oben an der Kapelle herum, ein anderes Mal rannte einer dieser Vierbeiner – von Horstmar aus nach Schöppingen kommend – über die Straße.“

Gefährlich seien die Wildschweine aber in der Regel nicht: „Solange sie nicht verletzt oder angeschossen sind – oder eine Bache mit ihren Frischlingen unterwegs ist. Man sollte natürlich nicht mit ihnen kuscheln“, schmunzelt der Jagdpächter.

Dieses Wildschwein lief dem Landwirt Bernhard Heying vor die Wildkamera.

Dieses Wildschwein lief dem Landwirt Bernhard Heying vor die Wildkamera. Foto: Bernhard Heying

Die Landwirte ergreifen unterdessen erste Maßnahmen, um ihre Höfe vor einem Kontakt mit den Wildschweinen auch im Hinblick auf eine mögliche Übertragung mit der gefährlichen Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu sichern. Denn diese rückt näher, seitdem in Osteuropa das Virus mehrfach bei Wildschweinen festgestellt wurde. Die von Viren ausgelöste Krankheit befällt Haus- und Wildschweine.

Landwirt und Jagdpächter (Strönfeld) Bernhard Heying aus Haverbeck sagt: „Wir haben vom Kreis die Auflage, bei mehr als 1500 Mastschweinen oder über 560 Zuchtsauen die Höfe einzuzäunen. Besonders die Futtersilos müssen entsprechend gesichert werden.“ Keine günstige Angelegenheit, wie Heying zugibt: „Die Investitionen dazu belaufen sich für mich auf rund 20 000 Euro.“ Vor die Flinte gelaufen ist ihm noch kein Wildschwein: „Gefährtet – also Spuren gesichtet – habe ich im Strönfeld aber schon zwei Mal.“ Trotz alledem: „Klar, man macht sich Gedanken, welche Gefahr auf uns als Landwirte zukommen kann. Aber viel mehr können wir momentan nicht tun.“

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