Karina Gevers gehört zu den besten fünf Prozent ihres Studienganges Technisch gut aufgestellt

Eggerode -

Frauen und Technik – Karina Gevers muss bei diesem Vorurteil immer noch lächeln. „Für mich ist das kein Widerspruch. Auch Frauen sind in diesem Metier durchaus qualifiziert. Mir lagen Mathe und Naturwissenschaften schon in der Schule weitaus besser als Deutsch oder das Lernen unregelmäßiger Verben.“

Von Susanne Menzel
Die Natur dient in der Bionik als Vorbild. Im ländlichen Eggerode hatte Karina Gevers bislang reichlich „Anschauungsmaterial“ dazu direkt vor der Haustür. Nun wechselt sie beruflich nach Gütersloh.
Die Natur dient in der Bionik als Vorbild. Im ländlichen Eggerode hatte Karina Gevers bislang reichlich „Anschauungsmaterial“ dazu direkt vor der Haustür. Nun wechselt sie beruflich nach Gütersloh. Foto: Susanne Menzel

Klar, dass sie sich dann auch beruflich entsprechend orientierte. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Bionik an der Westfälischen Hochschule in Bocholt legte sie jetzt noch ihren Master an der Fachhochschule in Aachen ab. Angewandte Polymerwissenschaften lautete der Studiengang. Die Eggeroderin war allerdings nicht nur eine von wenigen Frauen, die sich dafür eingeschrieben hatten („Die Quote liegt so bei etwa 20 Prozent.“), sie war auch eine der wenigen, die so gut abschnitten, dass sie unter den besten fünf Prozent der Absolventen landete und dafür Ende des Jahres im Aachener Krönungssaal ausgezeichnet wurde.

„Ich war selbst überrascht, als der Brief mit der Post kam“, gibt Karina Gevers zu: „Es hat mich dann aber auch stolz gemacht. Es ist halt eine schöne Bestätigung.“

Bei ihrer Jobsuche, davon ist die 25-Jährige überzeugt, war das Zertifikat allerdings nicht ausschlaggebend. „Mir fehlt noch die notwendige praktische Erfahrung, die ich nun in meinem Beruf sammeln muss. Schon an der Uni habe ich gelernt, das Wichtigste ist eine schnelle Auffassungsgabe und keine Scheu, etwas auszuprobieren.“

Ab Mitte Januar wird Karina Gevers bei einem Unternehmen in Gütersloh in der Produktionstechnik ihre theoretischen Kenntnisse nun in der Praxis anwenden können. Derzeit sitzt sie deshalb auf gepackten Kartons – „nach einem kurzen Intermezzo im Elternhaus ziehe ich jetzt wieder um. Ich habe zwar auch während meiner Studienzeit schon immer an dem jeweiligen Ort gewohnt – aber Eggerode wird mir bestimmt fehlen“, verspürt sie bereits jetzt ein wenig Heimweh. Als Betreuerin des Zeltlagers will sie allerdings „auf jeden Fall regelmäßig in die Heimat zurückkehren“.

Zunächst aber steht jetzt der Job im Vordergrund: „Frauen sollten sich nicht scheuen, beruflich durchaus einmal andere Wege zu gehen“, macht sie ihren Geschlechtsgenossinnen Mut, sich abseits üblicher Pfade zu bewegen. „Frauen sind in den so genannten Mint-Fächern – Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – immer gerne gesehen. Wenn man Bock darauf hat: einfach loslegen und machen. Dann kommt der Erfolg von selbst.“

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