Isabella Kühlkamp ist Vorsitzende des Jugendamt-Elternbeirats des Kreises Borken
Eltern besser miteinander vernetzen

Schöppingen -

Isabella Kühlkamp will Eltern von Kindergartenkindern besser miteinander vernetzen. Das ist einer ihrer Schwerpunkte, den die neue Vorsitzende des Jugendamt-Elternbeirats des Kreises Borken stärker vorantreiben möchte.

Donnerstag, 28.12.2017, 06:12 Uhr

Das bessere Vernetzen von Eltern ist für Isabella Kühlkamp ein Schwerpunkt als Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats.
Das bessere Vernetzen von Eltern ist für Isabella Kühlkamp ein Schwerpunkt als Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats. Foto: Rupert Joemann

„Was bedrückt die Eltern?“, will die Schöppingerin von den Müttern und Vätern erfahren. Diese Erfahrungen der Eltern möchte sie dann in die Politik einbringen, um so stärker auf die Elterninteressen aufmerksam zu machen. Als Vorsitzende des Jugendamt-Elternbeirats ist sie beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreises. „Das ist eine Wertschätzung, die den Eltern zukommt“, meint die 44-Jährige.

Der Jugendamt-Elternbeirat des Kreises besteht seit 2011 und ist durch das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) geregelt. Die nördlichen Kommunen seien dabei kaum vertreten, so Isabella Kühlkamp. Heek sei bei der Versammlung in Borken, zu der alle Elternbeiräte der 96 Kindertageseinrichtungen im Kreisjugendamtsbezirk eingeladen worden waren, gar nicht vertreten gewesen. Und aus Schöppingen war sie die einzige Vertreterin.

Insgesamt seien nur acht der 13 beteiligten Kommunen vertreten gewesen, so Kühlkamp. Das findet die Diplom-Sozialpädagogin sehr schade, denn der Elternbeirat sei eine gute Institution, um „viele Informationen zu erhalten“.

Bereits im vergangenen Jahr gehörte Isabella Kühlkamp dem Elternbeirat des Kreisjugendamtsbezirks an. Damals hielt sie mithilfe einer Power-Point-Präsentation einen Vortrag über den Datenschutz beim neuen Untersuchungsheft für Kinder. „Das ist vielleicht einigen im Kopf hängen geblieben“, vermutet die Schöppingern, warum sie zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Ein wichtiger Punkt für Eltern ist derzeit der Wunsch nach mehr Flexibilität bei den Betreuungszeiten. Das weiß Kühlkamp aus eigener Erfahrung. Sie kann ihren dreijährigen Sohn Jan um 7.15 Uhr in den St.-Brictius-Kindergarten bringen. „7.30 Uhr würde ich nicht mehr schaffen“, sagt die verheiratete Frau, die als Integrationscoach in einer Beratungsstelle für alleinerziehende Frauen in Gronau arbeitet.

Aber auch die Einstufung in die vorgegebenen 25-, 35- und 45-Stunden-Modelle beziehungsweise das Wechseln zwischen den Modellen sind für sie nicht der Weisheit letzter Schluss. Eine Verbesserung sei aber schon, dass die 35 Stunden seit diesem Jahr an einem Block genommen werden könnten. Das 35-Stunden-Angebot ohne durchgängige Übermittagsbetreuung sei vor allem für viele Berufstätige nicht so interessant, so Isabella Kühlkamp.

Sie sieht den Jugendamtselternbeirat (acht Mitglieder und drei Stellvertreter) und sich als „Vermittler in beide Richtungen“, sowohl zur Kindertagesstätte als auch zum Kreisjugendamt. Manchmal sei es für Eltern schwierig, „sich alleine durchzusetzen“.

Von der Kindergarten-Situation in Schöppingen zeigt sich die gebürtige Kölnerin begeistert. Die Anmeldung und Betreuung habe im Zwergenland (Ev. Kirchengemeinde) und später auch im St.-Brictius-Kindergarten bestens funktioniert. Und das alles ortsnah. In Köln sei das durchaus anders. Dort müssten die Eltern teilweise sehr lange Fahrtzeiten in kauf nehmen, um ihren Anspruch auf einen Kita-Platz auch wahrnehmen zu können.

Auch die Kindergarten-Beiträge seien bei zwölf bis 14 Prozent sehr niedrig im Kreisjugendamtsbezirk. Bis zu 19 Prozent dürften eigentlich von den Eltern verlangt werden, so Isabella Kühlkamp.

Die Schöppingerin freut sich über Rückmeldungen von Eltern über das Kontaktformular auf der Internetseite des Jugendamt-Elternbeirats.

 

► Zu einem Infoabend will Isabella Kühlkamp die Elternbeiräte der Schöppinger und Heeker Kindertagesstätten am 25. Januar (Donnerstag) um 19.30 Uhr in das Familienzentrum St. Brictius einladen.

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