Stellungnahme des Vorstands Heimatverein lehnt Bebauung des Berges ab

Schöppingen -

Der Vorstand des Heimatverein Schöppingens hat nach eigenen Angaben während einer Sitzung am Donnerstag über eine Stellungnahme zum geplanten Baugebiet Am Berg abgestimmt. Darin lehnt der Vorstand die Bebauung des Berges „entschieden ab“.

Der kleine Schutzengel am Beginn der Hochfläche
Der kleine Schutzengel am Beginn der Hochfläche Foto: rmj

Es heißt darin: „Sie würde dem Heimatgedanken, den wir als Heimatverein zum Wohl der Allgemeinheit zu vertreten haben, in gröbster Weise widersprechen und für alle Zeiten unumkehrbaren Schaden anrichten.“ Die Stellungnahme wurde in geheimer Abstimmung mit sieben Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen beschlossen.

Nur wenige Gemeinden im Münsterland könnten demnach ein solches Landschaftsbild wie Schöppingen vorweisen: „Die weite Hochfläche des Berges, die langen nur wenig befahrenen Spazierwege, die unvergleichliche Aussicht ins weite Umland, am Beginn der Hochfläche der kleine Schutzengel, der flügelausbreitend auf den alten Ortskern mit der Brictius-Kirche und ganz Schöppingen sowie das weite Umland schaut, auf der Höhe des Berges unter der großen Linde (einem Naturdenkmal) die alte barocke Bergkapelle, die im nächsten Jahr 300 Jahre alt wird.“ Das werde durch eine Bebauung des Berges „in höchstem Maße gefährdet“.

Auch das Ortsbild werde auf lange Sicht beeinträchtigt: „Durch die weitere Zersiedelung der Landschaft werden der Ortskern und die nach dem Krieg entstandenen Baugebiete immer mehr entvölkert, es wird immer schwieriger werden, ältere Häuser an Bewerber zu verkaufen, die bereit sind, sie zu renovieren und zu pflegen.“ Schon jetzt gebe es rund ums Alte Rathaus auf Haupt- und Lindenstraße mehrere nicht bewohnte Häuser beziehungsweise Baulücken.

Bei der vorgesehenen Bebauung könne das Osterfeuer nicht mehr an seinem Platz stattfinden, und die Hagelfeier-Prozession würde „nicht mehr durch die Felder ziehen, was ihre Besonderheit ausmacht, sondern auf ausgebauter Straße“.

Der Vorstand erwarte vom Rat, „dass er seinen Beschluss zurücknimmt und die Bebauung des Berges für die Zukunft verbindlich ausschließt.“ Er solle die vielen Vorschläge, wie Bauwilligen zu Wohnraum verholfen werden könne, aufgreifen und entschlossen weiterverfolgen.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5135749?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F