Lichtkunst-Nacht am 16. September Symbiose aus Dorfkultur und Kunst

Schöppingen -

Eins ist dem Künstlerdorf-Geschäftsführer Josef Spiegel ganz wichtig: Die zweite Lichtkunst-Nacht am Samstag (16. September) ist erneut „nicht eine reine Illumination, es geht um Lichtkunst“. Damit hebt sich seiner Auffassung nach die Veranstaltung von ähnlichen Projekten in anderen Kommunen der Region deutlich ab.

Von Rupert Joemann 
Ein Lichttunnel von Andreas Gehlen und eine poetische Wasser-Licht-Arbeit von Melanie Windl soll es in diesem Jahr während der Lichtkunstnacht im Stadtpark geben.
Ein Lichttunnel von Andreas Gehlen und eine poetische Wasser-Licht-Arbeit von Melanie Windl soll es in diesem Jahr während der Lichtkunstnacht im Stadtpark geben. Foto: Gemeinde Schöppingen

Der große Zuspruch nach der letztjährigen Premiere hat die Veranstalter – das Künstlerdorf, die Initiative und die Gemeinde – dazu bewogen, eine erneute Auflage auf die Beine zu stellen. Man wolle das letzte Jahr nicht toppen, sondern es dieses Mal anders machen, so Spiegel .

Bis auf das Paar Veldhues/Schumacher und Tim Roßberg präsentieren neue Künstler ihre Werke. Roßberg wird in diesem Jahr eine Licht- und Ton-Projektion auf dem Boden der Galerie F 6 am Künstlerdorf zeigen. Der Osnabrücker bereitet sich auf ein Projekt für die Landesgartenschau im nächsten Jahr vor, wodurch der Kontakt zustande kam.

Andreas Gehlen (Köln) setzt im Stadtpark einen begehbaren Lichttunnel in Szene. Eine interaktive Installation verspricht Merlin Baum (Düsseldorf) an der Hauptstraße. Nicht von jedem Künstler weiß Josef Spiegel jetzt schon, was am Ende dabei herauskommt. Das macht das Projekt auch für den Geschäftsführer so spannend. Außerdem machten die unterschiedlichen künstlerischen Richtungen den besonderen Reiz der Schöppinger Lichtkunst-Nacht aus.

„Es ist eine Symbiose aus Dorfkultur und Kunst“, findet Stefan Hamann von der Initiative. Dabei werde der gesamte Stadtkern zur Bühne, so Hamann.

Mit der Lichtkunst-Nacht habe man „ein eigenes Modell für Schöppingen entwickelt“, betont Hamann. Damit setze sich die Vechtegemeinde vom Einerlei anderer Stadtfeste spürbar ab.

Man wolle mit einem Leitthema arbeiten, das auf Schöppingen zugeschnitten und nicht austauschbar ist, so Stefan Hamann. Das mit seinen Aktionen schon etwas außergewöhnliche Fest ist für den Shopware-Gründer „auch Stadtmarketing, um vom Standort Schöppingen zu überzeugen“.

Josef Spiegel hebt hervor, dass die Lichtkunst-Nacht „gemeinsam von unten entwickelt“ worden sei. Es sei authentisch für Schöppingen und nicht von oben aufgestülpt.

Besonders freut sich Spiegel darauf, dass Vertreter von Organisationen aus Essen, Köln, Aachen und Paderborn zur Lichtkunst-Nacht kommen. Wie auch das Künstlerdorf haben die vier Organisationen im Februar einen Preis der Kreativwirtschaft Creative-NRW gewonnen. Spiegel: „Dann erhalten wir einen Blick von außen.“

Doch es gibt nicht nur Lichtinstallationen zu sehen. Passend zum Thema des Apfelfestes einen Tag später (200 Jahre Fahrrad-Geschichte) bietet die Initiative den Besuchern eine Schöppinger Zeitreise. An drei Monitoren im Ortskern werden alte Filme und Bilder aus Schöppingen gezeigt. „Wir wollen zeigen, wie das Dorf früher ausgesehen hat“, so Stefan Hamann. Zudem hängen Kaufleute in ihren Schaufenstern Fotos aus, auf denen entweder zu sehen ist, wo der ursprüngliche Geschäftssitz war oder wie sich das Geschäft im Laufe der Zeit verändert hat.

Bewusst haben sich die Organisatoren dafür entschieden, keine Band zu engagieren. Dennoch müssen Musikfans nicht darauf verzichten. Am Künstlerdorf, am Hotel Tietmeyer sowie vor der Gaststätte Zum Smutje stehen alte Musikboxen. „Da kann jeder selbst die Musik auswählen – und braucht kein Geld reinzuwerfen“, sagt Fachbereichsleiter Franz-Josef Gausling.

Aufmerksamkeit werden wohl auch die Trommler der Drum-Stars auf sich ziehen. Sie treten an dem Abend auf der Bühne vor dem Alten Rathaus auf.

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