Entwicklung der Schülerzahlen Drude gibt Entwarnung

Schöppingen -

Zieht es Schöppinger Kinder vermehrt zu weiterführenden Schulen im Umland? Ist die hiesige Sekundarschule dadurch möglicherweise in ihrem Bestand gefährdet? Einen Blick auf diese Entwicklung warfen auf Antrag der UWG-Fraktion die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses.

Die Schülerzahlen an der Sekundarschule Schöppingen entwickeln sich positiver als zunächst angenommen. Die Schule nimmt zum neuen Schuljahr 76 Kinder auf.
Die Schülerzahlen an der Sekundarschule Schöppingen entwickeln sich positiver als zunächst angenommen. Die Schule nimmt zum neuen Schuljahr 76 Kinder auf. Foto: dpa

Um es vorweg zu sagen: Ganz so dramatisch, wie es zu Anfang des Jahres vielleicht noch den Eindruck gehabt haben mag, präsentiert sich die Lage inzwischen nicht mehr. „Statt der ursprünglich erwarteten 66 Schülerinnen und Schüler haben wir zum neuen Schuljahr nun 76 aufnehmen können“, gab Schulleiter Hubertus Drude eine erste „Entwarnung“.

Thema war eingangs auch noch einmal die Zustimmung Schöppingens zur Sechszügigkeit der Ahauser Anne-Frank-Realschule. „Diese Option gilt nur für ein Jahr“, bekräftigte Bürgermeister Franz-Josef Franzbach: „Anschließend muss neu geschaut werden.“ Zur Anne-Frank-Realschule sind zum Sommer auch fünf Schöppinger Grundschüler gewechselt. „Das hat allerdings einen ganz individuellen Hintergrund“, erläuterte Gemeindemitarbeiter Franz-Josef Gausling: „Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Freunden, die gemeinsam in der Grundschule waren und nun gemeinsam auf diese Schule wechseln wollten. Insgesamt sehen wir seit 2008/2009 keinen Trend hin zur Realschule in der Nachbarstadt.“

Von den 68 Schöppinger Grundschülern, die in diesem Sommer zur weiterführenden Schule gewechselt sind, fiel bei 36 die Wahl auf die Sekundarschule, 22 gehen zum Lernzentrum Horstmar des Gymnasiums Arnoldinum, zwei besuchen die Gesamtschule, zwei die Canisiusschule in Ahaus und einer das Alexander-Hegius-Gymnasium.

„Es ist durchaus legitim, dass man sich im politischen Raum Gedanken um den Schulstandort macht“, sagte Sekundarschulleiter Hubertus Drude. „Was aber gelingen muss, ist, dass man den Eltern und den Schülern erklärt, wie Schule vor Ort funktioniert. Und da spielt die Schulform keine Rolle, sondern die Schule als solche sollte in den Fokus gerückt werden.“

Was er damit meint, erläuterte Drude den Ausschussmitgliedern im Nachgang: „Wir verfolgen an unserer Schule ein bestimmtes Konzept, bei dem wir schauen, was gefällt Schülern, Eltern und Lehrern. Was brauchen vor allem die Kinder. Jedes Kind wird, wenn es zu uns kommt, auf seine Kernkompetenzen getestet. Daraus entwickeln wir dann individuelle Förderprogramme.“ Der inhaltliche Unterricht laut Curriculum sei überall gleich: „Das gehört zum Kernunterricht. Was uns aber ausmacht, ist der Personenkreis, der die Kinder zusätzlich fördert und fordert. Da können wir inzwischen auf über 100 Kooperationspartner zurückgreifen.“

Schließlich ruhe sich die Sekundarstufe auch nicht auf dem Status Quo aus. Hubertus Drude: „Wir steuern regelmäßig nach. Alle zwei, drei Jahre fragen wir bei den Schülern wie auch bei den Eltern und Lehrern ab, was sie gut, was sie schlecht finden und werten die Antworten aus. Wer bei uns nicht glücklich ist, darf das durchaus benennen, sodass wir entsprechend reagieren und verbessern können.“

Weniger optimistisch, was die Entwicklung der Schülerzahlen anbetrifft, zeigte sich Drudes Kollegin Maria Wigger-Kerkhoff , Leiterin der Brictius-Grundschule: „Ich finde die Zahlen so, wie sie mir für dieses und nächstes Jahr vorliegen, beängstigend“, meinte sie. 53 Mädchen und Jungen nimmt die Grundschule im kommenden Schuljahr auf – davon werden elf den Standort Eggerode besuchen. „Acht davon kommen aus dem Ortsteil, drei Schöppinger werde ich zusätzlich dorthin schicken müssen, damit wir die gesetzlichen Vorgaben erfüllen können“, rechnete Wigger-Kerkhoff vor.

In der Vergangenheit hätten die Eingangsklassen im Jahreswechsel zwei- und dreizügig geführt werden können. „Nunmehr werden wir aber wohl das zweite Jahr in Folge nur eine Zweizügigkeit erreichen. Spannend wird es jetzt, die Zahlen der darauffolgenden Jahre abzufragen und dort ein Auge drauf zu werfen. Es ist auf jeden Fall wichtig, da noch einmal drüber zu reden. Ich hoffe sehr, dass wir jetzt nur eine Talfahrt erleben und es anschließend wieder bergauf geht.“

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