Ausschuss in Schöppingen Die Menschen können kommen

Schöppingen -

„Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Pflicht ist erledigt“, bescheinigte Ralf Marpert (CDU) im Einklang mit den anderen Parteien der Verwaltung am Montagabend im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss. Es ging um die Zuweisung der Flüchtlinge.

Von Susanne Menzel
Bauamtsmitarbeiter Ulrich Koers zeigt das Wohnzimmer in der Doppelhaushälfte an der Pickbreite. Die Schlafräume sind mit mehreren funktionalen Betten ausgestattet.
Bauamtsmitarbeiter Ulrich Koers zeigt das Wohnzimmer in der Doppelhaushälfte an der Pickbreite. Die Schlafräume sind mit mehreren funktionalen Betten ausgestattet. Foto: Menzel

Bürgermeister Franz-Josef Franzbach sowie Franz-Josef Gausling, Fachbereichsleiter bei der Gemeinde, hatten zuvor vorgestellt, mit welchen Maßnahmen die Kommune sich bereits auf die Zuweisung geflüchteter Menschen vorbereitet hat.

„Vermutlich ab November“, so Franzbach, werden die ersten Zuweisungen erfolgen. „Wir rechnen dann mit ungefähr 30 Personen im ersten Anlauf, mit weiteren Menschen Woche für Woche.“ Die Zuweisung der Menschen mit gesichertem Status hätte eigentlich längst erfolgen sollen, „aber der Kreis Borken hatte sich gemeinsam mit allen Kommunen zunächst zu einer Sperre entschlossen, da die Berechnung der Quoten nicht klar war. Da hat die Landesregierung inzwischen nachgebessert, und wir werden diese Sperre im vierten Quartal nicht mehr aufrechterhalten können.“

Die Neubürger haben eine Wohnsitzauflage von drei Jahren, können also in dieser Zeit nicht in eine andere Gemeinde oder Stadt umziehen, solange sie im Sozialbezug (Hartz IV) sind. Wenn sie ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern können, entfällt diese Vorgabe.

Aktuelle Zahlen sprechen von 122 Männern, Frauen und Kindern, die Schöppingen zugewiesen werden. Franzbach: „Ursprünglich waren es mal 40. Aber wir sind bestens vorbereitet und werden auch die höhere Zahl an Menschen gut und vernünftig unterbringen können.“

Dazu hatte die Verwaltung in den vergangenen Wochen sowohl den Versuch unternommen, Wohnungen anzumieten, als auch Häuser gekauft. Des Weiteren werden Moduleinheiten auf verschiedenen Grundstücken errichtet. Der Markt an Mietwohnungen sei in Schöppingen allerdings „wie leer gefegt“, bekräftigte Gausling: „Wir werden aber bei den 21 bekannten Vermietern, die wir auf unserer Liste haben, immer wieder nachfragen.“ Zunächst jedoch könne man mit diesen nun vorhandenen Wohnungen, „die alle grundsaniert und in gutem Zustand sind, Obdachlosigkeit vermeiden“, so Bürgermeister Franzbach.

Auch, was die Integration der Neubürger angeht, hat die Verwaltung bereits erste Schritte unternommen: „Wir schauen hierzu selbstverständlich über den Tellerrand und auch auf die Aktivitäten anderer Gemeinden“, unterstrich der Verwaltungschef.

Er wolle sich zudem eine Liste der Vereine, Verbände und Organisationen geben lassen, die am Sonntag beim Fest der Kulturen dabei gewesen seien und sich mit deren Vertretern in absehbarer Zeit treffen. „Es ist sinnvoll, den Schwung dieser wirklich gelungenen Veranstaltung zu nutzen, um auch die Ehrenamtlichen weiter zu motivieren und einzubinden“, begrüßte Marpert diese Initiative. Ihm schwebt zudem eine „1:1-Patenschaft“ von Schöppingern für die neuen Mitbürger vor.

„Momentan ist es allerdings schwierig, in weitere detaillierte Integrationsplanungen einzusteigen, weil wir noch gar nicht wissen, aus welchen Herkunftsländern die Menschen stammen, die Schöppingen zugewiesen werden, ob sie schon die deutsche Sprache beherrschen, ob es Einzelpersonen oder Familien sind und mit welcher Schul- oder möglicherweise beruflichen Ausbildung sie kommen“, erklärte Franzbach. „Wir sind handlungsfähig und handlungsbereit. Aber zum jetzigen Zeitpunkt schon konkrete Projekte anzustoßen, macht wenig Sinn.“

Neben der notwendigen Unterstützung durch Ehrenamtliche setzt der Bürgermeister vor allem in der ersten Phase „beispielsweise auch auf die Sozialbetreuer der ZUE, die nicht nur viele Sprachen sprechen, sondern gerade in diesem Aufgabengebiet gut geschult sind.“ Weitere Ansprechpartner könnten die Malteser sein, die demnächst in Alstätte ein Beratungsbüro einrichten. Auch beim Kreis Borken ist ein kommunales Integrationsbüro angesiedelt.

Die Ideensammlung aus dem Ausschuss soll auf Wunsch der Parteienvertreter auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung, um dort über weitere Möglichkeiten beraten zu können.

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