Fest der Kulturen in Schöppingen Multi-Kulti auf dem Kirchplatz

Schöppingen -

Bunt, vielfältig, fröhlich, miteinander – diese vier Attribute umfassen auf den Punkt den Charakter, mit dem Einheimische und Gäste, geflüchtete Menschen und Zugezogene, Fremde und Freunde am Sonntag das Fest der Kulturen auf dem Schöppinger Kirchplatz gefeiert haben.

Von Susanne Menzel
Unter freiem Himmel fand das Fest der Kulturen auf dem Schöppinger Kirchplatz statt. Danach ließen die Besucher weiße und rote Luftballons steigen und freuten sich über das eindrucksvolle Panorama in der Höhe.
Unter freiem Himmel fand das Fest der Kulturen auf dem Schöppinger Kirchplatz statt. Danach ließen die Besucher weiße und rote Luftballons steigen und freuten sich über das eindrucksvolle Panorama in der Höhe. Foto: Susanne Menzel

„Wir wollen aufsteh‘n, aufeinander zugeh‘n, voneinander lernen, miteinander umzugeh‘n“, lautete schon das gemeinsame Credo beim ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrer Thomas Diedershagen von der Brictiusgemeinde als Gastgeber, Pastor Olaf Goos von der evangelischen Christusgemeinde und Marita Homann vom Caritasausschuss „Von Mensch zu Mensch“ zum Auftakt gestalteten. Viele Familien waren dazu auf den Kirchplatz gekommen, um unter freiem Himmel zu beten.

„Eigentlich ist es ja für Schöppingen nichts Besonderes, Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt zu treffen und vielfältige Kulturen zu erleben“, betonte anschließend Bürgermeister Franz-Josef Franzbach als Schirmherr der Veranstaltung. „Schöppingen war und ist schon seit langer Zeit eine Multi-Kulti-Gemeinde. Holländische und amerikanische Soldaten, Aussiedler, Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR und schließlich seit über 25 Jahren auch Flüchtlinge aus der ganzen Welt haben die Schöppinger und Schöppingen mit geprägt und dafür gesorgt, dass Mitbürger mit ausländischen Wurzeln hier immer schon freundlich und mit Hilfsbereitschaft aufgenommen worden sind. Und dennoch – oder gerade deshalb – ist es wichtig und wertvoll, wenn die Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen sich treffen und intensiver kennenlernen“, so Franzbach. Eine Hoffnung, die sich im Verlaufe des Nachmittages auf verschiedenste Arten erfüllte.

An vielen Stellen auf dem Kirchplatz mischten sich schon bald große und kleine Besucher. Sie spielten miteinander beim Stand der Freiwilligen Feuerwehr am Tischkicker, saßen mit den Pfadfindern ums Lagerfeuer und grillten Stockbrot, ließen sich vom ZUE-Betreiber Pizza servieren, genossen portugiesische Spezialitäten oder deutschen Kuchen, bastelten, ließen sich internationale Flaggen auf den Arm malen oder kamen – mal mit Händen und Füßen, mal in englischer Sprache – miteinander ins Gespräch.

„Es herrscht hier eine eindrucksvolle, friedliche und entspannte Stimmung“, freute sich Marita Homann wenig später, nachdem sie die ersten organisatorischen Aufgaben erledigt hatte und die enorme Anspannung der vergangenen Wochen ein wenig abgefallen war. „Es passt hier und heute einfach alles“, atmete die Schöppingerin auf, die sich gemeinsam mit Ulrike Lammerskötter, Ute Luislampe, Annegret Eickholt und Theo Everding mit viel Herzblut für dieses Fest eingesetzt hatte.

Aber auch die Vereine und Verbände, Organisationen und Privatleute, die Schulen ebenso wie die Kindergärten und das Jugendheim Haltestelle waren am Sonntag mit Ideen und Angeboten präsent. So hatten die Grundschüler Bilder zum Thema „verschiedene Kulturen“ gemalt, die zwar nicht den gesamten Kirchplatz, aber zumindest einen großen Teil davon umspannten.

Die Hip-Hop-Gruppe „Beat Sisters“ gab dann am Nachmittag eine Kostprobe ihres Könnens, der Sportbund Steinfurt führte einen Bauchtanz auf, die Feuerwehrkapelle marschierte mit einem musikalischen Potpourri über die Hauptstraße hinauf zum Kirchplatz. Trommeleinlagen sowie Musicalstücke rundeten das Programm ab.

Am eindrucksvollsten war das Bild an dieser zentralen Stelle im Ortskern allerdings kurz nach dem Gottesdienst und der Trommeleinlage von Norbert Mombo und seinem Partner Michael: Alle Anwesenden durften sich einen der mit Gas befüllten roten und weißen Luftballons in die Hand nehmen – und diesen dann in den blauen Mittagshimmel steigen lassen. Ein besseres Zeichen hätte es für das Ziel „Dass aus Fremden Freunde werden, dafür setzen wir uns ein“ nicht geben können.

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