Winterversammlung der Ortsverbände Nienborg und Heek
Die Schweinepest rückt näher

Heek -

Die Afrikanische Schweinepest könnte gravierende Folgen für die Landwirte im Kreis Borken haben. Dr. Peter Epkenhans malte bei der Winterversammlung der Landwirte ein düsteres Szenario.

Mittwoch, 10.01.2018, 06:01 Uhr

Dem Vorstand des Nienborger Ortsverbands gehören unter anderem an (v.l.): Christian Weilinghoff, Dirk Wermert, Bernhard Borgert, Sebastian Bröker, Christian Lenting und Johannes Wolters.
Dem Vorstand des Nienborger Ortsverbands gehören unter anderem an (v.l.): Christian Weilinghoff, Dirk Wermert, Bernhard Borgert, Sebastian Bröker, Christian Lenting und Johannes Wolters. Foto: Rupert Joemann

Das erklärte Dr. Peter Epkenhans , Geschäftsführer der Kreisstelle Borken der Landwirtschaftskammer NRW, am Montag bei der gemeinsamen Winterversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände Nienborg und Heek.

Epkenhans malte ein düsteres Szenario. „Es reicht ein einziges mit ASP infiziertes Wildschwein in Deutschland und der Export ist gleich null. Sie werden froh sein, wenn Sie Ihre Schweine überhaupt noch loswerden“, sagte er zu den Landwirten. Die Preise rutschten in den Keller, mutmaßt Epkenhans.

Und die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt aus Osteuropa immer näher. Im Jahr 2017 seien in Polen 420 Fälle festgestellt worden. Dabei auch an Stellen, die alleine lägen und keine direkte Verbindung zu anderen betroffenen Regionen hätten. Durch den freien Warenverkehr über die Autobahnen sei das Risiko sehr groß, dass die ASP nach Deutschland komme. Epkenhans forderte, Lebensmitteltransporte an den Grenzen zu kontrollieren, um eine Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern. In den USA geschehe das etwa im Gemüsebereich zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Arizona, so Epkenhans.

Maria Leveling-Hoppe von der Kreisgeschäftsstelle des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes sagte voraus, dass „wir darauf warten können, dass die Afrikanische Schweinepest zu uns kommt. Sie rückt näher.“ Das Thema brennt auf den Nägeln. Sie machte deutlich, wie wichtig es sei, die Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Sollten das die Bauern nicht nachweisen können, bekämen sie wahrscheinlich im Fall der Fälle Probleme mit der Versicherung. Zudem arbeite der Kreis derzeit an Notfallplänen, so Leveling-Hoppe.

Aus Sicht von Epkenhans hätten die großen fleischverarbeitenden Unternehmen keine Schwierigkeiten, woanders Tiere herzubekommen – zum Beispiel aus den Niederlanden und Dänemark. Die ersten Leidtragenden seien die Bauern.

Christian Lenting bleibt Vorsitzender

Christian Lenting bleibt Vorsitzender des Nienborger Ortsverbandes. Das ergaben die Wahlen bei der Versammlung. Sein Stellvertreter ist Dirk Wermert, Schriftführer ist Bernhard Holtkamp und Kassenwart Johannes Tillmann. Ebenso Mitglied im Vorstand sind: Johannes Wolters, Klemens Helling, Christian Hüsing, Frank Staub, Christian Weilinghoff, Werner Viermann-Lenting, Sebastian Bröker und Bernhard Borgert. In den Fachausschuss Milch wurde Dirk Wermert gewählt. Er ist zudem Delegierter für den Kreisverbandsausschuss.

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Leveling-Hoppe warb dafür, die Wildschwein-Bestände klein zu halten. Gut ein Drittel der rund 4000 organisierten Landwirte seien auch Jäger, so Maria Leveling-Hoppe. Auch Peter Epkenhans machte sich stark dafür, die Zahl der Wildschweine möglichst niedrig zu halten. Doch richtig optimistisch zeigte er sich dabei nicht. Selbst auf der Insel Sardinien sei es nicht gelungen, die Wildschweine auszurotten. Peter Epkenhans geht davon aus, dass ein Fallen der Schweinepreise auch eine Sogwirkung auf die Bodenpreise hat. „Die gehen in den Keller“, sagte er. Maria Leveling-Hoppe wies darauf hin, dass ein Abfall der Schweinepreise keinen Schadensfall für die Versicherung darstelle.

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