Eindrücke in Nienborgs Unterwelt
Unterirdische Zeugen der Geschichte

Nienborg -

Es gibt auf der Burg in Nienborg nicht nur die oberirdischen Denkmäler. Auch unter der Erde offenbaren sich Zeugen der Geschichte. Hinab in Nienborgs Unterwelt gestiegen ist Pfarrer Josef Leyer dafür dieses Jahr mit Martin Mensing. Seine Eindrücke festgehalten hat Leyer in dem Buch „Nienborgs Unterwelt“, für das Mensing die Fotografien beisteuerte.

Mittwoch, 27.12.2017, 06:12 Uhr

In die Unterwelt der Burg führt diese Treppe. An einigen Stellen bieten sich interessante Einblicke in die Nienborger Geschichte.
In die Unterwelt der Burg führt diese Treppe. An einigen Stellen bieten sich interessante Einblicke in die Nienborger Geschichte. Foto: Martin Mensing

Seitdem Fürstbischof Hermann II. von Katzenelnbogen 1198 auf einer natürlich gewachsenen Sanddüne seine neue Burg errichten ließ, sind die Folgen dieser Entscheidung zu sehen: die mächtige Ringmauer, die Burgmannshäuser und die Toranlage. Später entstanden die Keppelborg, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen und das Lange Haus. Auch unter der Erde haben diese Gebäude ihre Ausläufer.

Vielfach handelt es sich um Privatgebäude, die Keller sind öffentlich nicht zugänglich. Mit Ausnahmen: das Café zur Burg Hohes Haus etwa, bei dem sich die Besucher im historischen Keller des Gebäudes befinden. Und Gäste der Landesmusikakademie finden sich für gesellige Stunden im Gewölbekeller des Langen Hauses ein. Der Burgkeller dient als Kellerkneipe oder Musikertreff.

Die übrigen Keller beschreibt Josef Leyer wie folgt: In einem anderen Keller, der direkt am Burggraben lag, spürt man noch heute die kühle Feuchte der Gemäuer. In einem weiteren Gewölbekeller ist alles sehr ursprünglich, fast archaisch, man taucht in eine andere Welt ein. Ein anderer Keller, der als Gefängnis diente – es schaudert einem, wenn die dazugehörigen Geschichten erzählt werden.

Die Stichworte Gewölbekeller, Geschichten, Hintertür, Dunkelheit, Treppenstufen, Schießscharten, Hausbrunnen, Mittelsäule, Gerichtssäule und Neues Leben bestimmen jeweils ein Kapitel. „Eine bislang unzugängliche Welt tut sich auf“, heißt es von den Machern des Buches.

Und es gibt noch weitere verborgene Schätze des Glaubens. Davon ist Pfarrer Josef Leyer überzeugt. Es sind Zufallsfunde im pastoralen Alltag, die es tiefer zu entdecken gilt. Sein ebenfalls neues Buch „Suchen und Finden“ handelt genau davon: von Offenheit und Suchen, von Finderglück und Zeichen am Wege, den sagenhaften Funden, sprechenden Objekten, unverhofften Geschenken und kostbaren Schätzen in der Gemeinde.

„Manchmal findet man, was man nicht gesucht hat. Manchmal sucht man, was nicht zu finden ist“, sagt Leyer. In dem Buch präsentiert er Funde aus den vergangenen drei Jahrzehnten in Heek und Nienborg. Leyer hat das 42-seitige Buch Stefanie Eißing gewidmet, die von 2013 bis 2016 ihren Dienst in Heek verrichtet hat. „Sie hat uns immer wieder überrascht durch kreative Funde, unverhoffte Gedanken, ganz neuen Ideen und die Erschließung von Symbolen. Sie hat sich auf die gemeinsame Suchbewegung eingelassen und Interessantes zu Tage gefördert: Schätze des Glaubens“, sagt er. Eißing arbeitet nun in der Kirchengemeinde St. Brictius in Schöppingen.

► Beide Bücher gibt es in den Pfarrbüros in Nienborg und Heek. Das Buch „Abstieg in Nienborgs Unterwelt“ ist für zwölf Euro erhältlich, das Heft „Suchen und Finden“ für 2,50 Euro.

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