Stadtwerke unterhalten und informieren Groß und Klein beim Tag der offenen Tür
Im steten Fluss und Strom

Gronau -

Birgit Tegetmeyer will es ganz genau wissen. Wie gelingt es, das Material steril zu bekommen? Funktioniert es auch mit Maisstärke? Dr. Matthias Bischoff kommt gehörig ins Schwitzen. Und das liegt nicht nur an den tropischen Temperaturen im „Staunraum“. Beim Tag der offenen Tür der Stadtwerke Gronau konnten Neugierige nicht nur erleben, wie sich der städtische Energieversorger auf zunehmende Digitalisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien vorbereitet.

Montag, 11.06.2018, 08:47 Uhr

Birgit Tegetmeyer kam ins Fachsimpeln mit Dr. Matthias Bischoff über antibakteriellen Kunststoff aus Kartoffelstärke. Foto: Christiane Nitsche

Im so genannten Staunraum gibt es einen veritablen Blick in die Zukunft. Professor Gregor Luthes Mitarbeiter Bischoff demonstriert am 3-D-Drucker, wie mittels Kartoffelstärke und einer antibakteriellen Keramikfarbe Dinge des täglichen Lebens produziert werden können, die wie Kunststoff aussehen und wie Kunststoff genutzt werden können, dabei aber die Umwelt nicht belasten, weil sie kompostierbar sind – ganz anders als Kunststoff.

Während Dr. Bischoff und die Ärztin Tegetmeyer weiter ins Fachsimpeln darüber kommen, wo und wie die Technik eingesetzt werden könne, werfen Groß und Klein einen digitalen 360-Grad-Blick in Klärwerk, Hallenbad und Wasserwerk, lassen sich in der Netzleitwarte demonstrieren, wie sich die Systeme auf ihre digitale Autonomie namens „Smart Grid“ vorbereiten oder wie das Messwagenteam um Nicolas Ewering einem Kabelproblem per Bodenmikrofon auf die Schliche kommt.

„Ich kann den Kurzschluss hören“, erklärt der Elektromonteur. Oder: der Mann mit der Rückennummer 23. Oberste Maxime für ihn und seine Kollegen: Strom, Wasser und Gas müssen im steten Strom und Fluss bleiben – so wie die Besucher in Haus und Hof der Stadtwerke an diesem Tag. Alle Mitarbeiter sind als „Heimspieler“ unterwegs, erkennbar an den blauen Trikots mit Spielernummer. Sie informieren, erklären, leiten die Besucher weiter. Und reichen auch mal Wasser gegen die Hitze.

Der Chef ist heute nicht die Nummer 1. Auf seinem Rücken prangt die 72. „Wir haben die Nummern per Zufallsprinzip verteilt“. lacht Geschäftsführer Dr. Wilhelm Drepper. Das Team soll es machen. 120 Mitarbeiter zählen die Stadtwerke. Und wer sieht, was das Unternehmen plant oder bereits investiert und umgesetzt hat, kann davon ausgehen, dass es noch mehr werden: Das Umspannwerk ist erneuert, E-Tankstellen sind in Planung, der Umbau des Firmensitzes an der Laubstiege steht an, ein Nachbarnetz könnte in Kommission übernommen werden, wenn alles klappt wie erhofft. „Wir brauchen in allen Bereichen Nachwuchs“, sagt Drepper.

Hubert Niehues nickt. Die Nr. 67 ist nicht nur Leiter der Abteilung Planung Gas, Wasser, Wärme und dazu Fachkraft für Arbeitssicherheit. Er bildet aus: Anlagenmechaniker etwa. Oder Elektroniker für Betriebstechnik. Dabei zähle vor allem handwerkliches Geschick. „Wenn jemand einen guten Hauptschulabschluss hat, ist das auch gut“, sagt er. Dann beugt er sich wieder über die Apparatur, die er aufgebaut hat: Gasleitungen, an denen gearbeitet werden muss, werden mittels „Blasensetzgerät“ sicher geschlossen. Kinderleicht sieht das aus.

Die Kinder haben indes ganz andere Sorgen: Badeenten zählen etwa für die Punktekarte der Familiade. Oder Currywurst essen. Oder mit der Samba-Truppe im Takt klatschen – draußen auf dem Hof. Oder einfach ab ins Schwimmbad. Betrieben von den Stadtwerken.

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