Unsicherheit im Umgang mit leichten Erkrankungen
Gesundheitliche Bildung im Fokus

Gronau -

Von vier auf acht bis zehn pro Quartal: So stark ist die durchschnittliche Zahl der Arztbesuche in den vergangenen Jahren gestiegen. Ein Grund, warum die Wartezimmer bei den Ärzten oft überfüllt sind. Woran es liegt? Dr. Armin Osman, Leiter der Bezirksstelle Borken der Kassenärztlichen Vereinigung hat nur Vermutungen: Neben chronischen Erkrankungen und einer zunehmenden Vereinsamung der Menschen sieht er eine große Unsicherheit im Umgang auch mit einfachen Erkrankungen wie Erkältungen, sagte er kürzlich im Sozialausschuss.

Freitag, 25.05.2018, 08:00 Uhr

Viele Eltern seien sehr unsicher, wenn ihr Kind krank wird. Kenntnisse über erfolgreiche Hausmittel verschwinden, weshalb auch bei leichten Krankheiten der Arzt aufgesucht werde.

Gegen die chronischen Krankheiten ist die Lokalpolitik eher machtlos. Die gesundheitliche Bildung der Bevölkerung jedoch kann sie fördern. „Schließlich gehört dieses Thema auch zum Arbeitsauftrag der Volkshochschule“, sagte Erste Beigeordnete Sandra Cichon am Mittwochabend im Hauptausschuss. Als flankierende Maßnahme zur Entlastung der örtlichen Ärzte sollen daher – auch in Kooperation mit den Krankenhäusern – zum Beispiel entsprechende Vorträge von Ärzten angeboten werden.

Ergänzt werden soll dieses Angebot um niedrigschwellige Informationsangebote für Zugewanderte über die Funktionsweise des ärztlichen Versorgungssystems in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Hausärzte und die Notfallversorgung. Die Verwaltung schlug vor, diesen Bereich im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung durch die „Chance“ zu thematisieren.

Der Hauptausschuss übernahm einstimmig die Empfehlung des Sozialausschusses, ein Informationsgespräch mit den niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzten und den Politikern zu organisieren. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, ob bzw. wie ein medizinisches Versorgungszentrum betrieben werden kann und gegebenenfalls versuchen, Alternativen zu finden.

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