Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Polizei
Mehr Aufgaben für die Bürgerwacht in Glanerbrug

Glanerbrug -

Vorbildliche Zusammenarbeit attestiert die Polizei Twente der „Bürgerwacht“ in Glanerbrug. Im Mai 2016 hatten sich einige Dutzend Bewohner des Grenzdorfs zusammengeschlossen, um gegen Drogenhandel und -konsum vorzugehen. Mit Erfolg: Die Beeinträchtigungen auch durch deutsche Drogenkonsumenten haben nachgelassen. Nun wollen die „Burgerwacht“ und Polizei ihre Kooperation ausbauen. Auch Wohnungseinbrüche und Lärmbelästigungen sollen in den Fokus rücken. Das schreibt der Twentsche Courant Tubantia.

Freitag, 12.01.2018, 08:01 Uhr

Am Bahnhaltepunkt Glanerbrug kommen nicht nur harmlose Fahrgäste an. Unter ihnen sind oft auch Drogenkäufer, die im Umfeld des Bahnhofs ihre Dealer treffen.
Am Bahnhaltepunkt Glanerbrug kommen nicht nur harmlose Fahrgäste an. Unter ihnen sind oft auch Drogenkäufer, die im Umfeld des Bahnhofs ihre Dealer treffen. Foto: Martin Borck

Bürgerwacht-Koordinator Jeroen Sluik erzählt, das er und die Mitglieder der Gruppe noch täglich unterwegs sind. Er lobt: „Die Kontakte zur Polizei sind prima. Wenn es notwendig ist, reagiert die Polizei sofort“, sagt er.

Dennis Baaijens ist Ansprechpartner bei der Polizei. Ihm zufolge ist das Projekt in Glanerbrug besonders gut gelungen. „Wir treffen uns einmal in sechs Wochen und sprechen über Dinge, die gut oder nicht so gut laufen.“ Die Mitglieder der Bürgerwacht nähmen Kritik an, wodurch deren Tätigkeit immer professioneller werde. Für die Polizei bedeuten die Bürgerwacht-Leute Extra-Augen im Dorf. „Sie leiten uns viele Informationen weiter. Tipps, verdächtige Situationen, Fotos und Filme, Kennzeichen und so weiter. Darunter befinden sich viel brauchbare Informationen. Auf der anderen Seite bekommt die Bürgerwacht von uns aus Datenschutzgründen keinerlei Information.

Vertreter der Bürgerwacht Glanerbrug wurden im vorigen Jahr sogar zu einem Polizeikongress in Den Haag eingeladen, wo sie über ihre Tätigkeit berichteten. Mit der Polizei und der Gemeinde wurde in einer Übereinkunft festgehalten, welche Aktivitäten zulässig sind und welche nicht. So war kurz nach Gründung der Gruppe einiges noch schiefgelaufen. In sozialen Medien waren Fotos von angeblich verdächtigen Drogendealern erschienen – tatsächlich handelte es sich aber um unbescholtene Bürger. Mittlerweile ist die Bürgerwacht sehr zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Bildmaterial geworden.

Um die Kontakte untereinander zu verbessern, finden gelegentlich gemeinsame Aktivitäten von Polizei und Bürgerwacht statt. Die Polizei geht in Zivil unauffällig Streife, zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Auto. „Und wir sind dann mit von der Partie“, sagt Sluik. Die Polizei gibt den Bürgerwachtmitgliedern außerdem nützliche Hinweise, zum Beispiel wie eine brauchbare Personenbeschreibung schnell an die Polizei weitergegeben werden kann.

Derzeit sind rund 15 Leute aktiv, in Notfällen können weitere zehn alarmiert werden. Sie sind meist nachmittags und abends unterwegs.

Obwohl die Belästigungen durch Drogenmissbrauch nachgelassen haben, ist das Problem noch nicht aus der Welt. „Vor allem die Bahnhofsumgebung ist immer noch ein beliebter Ort für schnelle Deals, auch für Deutsche. Die kommen mit dem Zug an, steigen direkt in ein wartendes Auto oder setzen sich hinten auf ein Fahrrad oder Moped von dem Verkäufer. Sie fahren eine Runde, machen unterwegs den Deal, kommen zurück zum Bahnhof und setzen sich in den nächsten Zug zurück nach Deutschland.“

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