„Sie bleibt ein Teil unserer Polizeifamilie“
Angehörige, Kollegen und Freunde setzen beeindruckendes Zeichen der Anteilnahme für getötete Polizistin

Epe -

Nach einem würdevollen Gottesdienst haben Angehörige, Freunde und Kollegen am Samstagmittag Yvonne Nienhaus zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet. Die 23-jährige, aus Epe stammende Polizistin war am Abend des 27. Dezember auf der Autobahn 61 bei Viersen getötet worden.

Sonntag, 07.01.2018, 09:46 Uhr

Am Trauerzug nahmen etwa 1200 Menschen teil.  Foto: Martin Borck

Am Samstag um 11 Uhr, zum Zeitpunkt des Gottesdienstbeginns, legten Polizisten landesweit eine Schweigeminute ein, um der jungen Eperanerin und einer Kollegin aus Groß-Gerau, die wenige Tage zuvor ebenfalls in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen war, zu gedenken.

Fassungslosigkeit, Kummer und Trauer über den Tod von Yvonne Nienhaus waren am Samstag in der St.-Agatha-Kirche mit Händen zu greifen. „Yvonnes Tod hat ein Loch in unsere Herzen gerissen“, sagte Pfarrer Thorsten Brüggemann. „Ihr Leben fing gerade erst an“, schilderte er die junge Frau, die im Beruf als Polizistin ihre Berufung gefunden hatte. Einfühlsam, geduldig, Vertrauen aufbauend sei sie gewesen. „Wir spüren in diesem Moment, dass das Leben aus sich selbst heraus gefährdet ist“, sagte der Geistliche. „Es ist abhängig von Umständen, die wie nur hinnehmen können.“

Trost für die Hinterbliebenen

Brüggemann sprach den Anwesenden, vor allem den Angehörigen und den Freunden der so früh aus dem Leben gerissenen Frau Trost zu. Außerdem wandte er sich an die mehreren Hundert anwesenden Polizeibeamten: „Wir sind dankbar, dass es Sie gibt. Durch Ihre Arbeit geben Sie uns ein Gefühl von Sicherheit. Sie leisten einen wichtigen Dienst.“

Diese Tatsache hob auch Viersens Landrat Dr. Andreas Coenen hervor. Die Polizei setze sich für den Schutz der Bevölkerung ein. Genau dabei, während des Versuchs, die Bevölkerung vor einem betrunkenen Lastwagenfahrer zu schützen, waren Yvonne Nienhaus, ihre Kollegin und ein junger Kollege in ihrem Polizeiwagen von dem Lkw gerammt worden.

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„Manchmal steht die Welt für einen Moment lang still, und wenn sie sich dann weiterdreht, ist nichts mehr wie es war“, fasste Coenen die Gefühle der Viersener Polizei zusammen. Yvonne Nienhaus sei eine sehr gute Polizistin gewesen, motiviert und wissbegierig, gut gelaunt und fröhlich. „Sie bleibt ein Teil unserer Polizeifamilie, die durch ihren Tod noch enger zusammengerückt ist“.

Beeindruckender Trauerzug

Vier Kolleginnen und Kollegen beschrieben Yvonne als junge Frau mit einem herzerwärmenden, freundlichen Wesen. „Du hast uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.“ Durch ihre sympathische Art habe sie die Welt zu einem besseren Ort gemacht. „Die Welt ist an diesem Mittwoch eine dunklerer Ort geworden. Dafür ist ein heller, leuchtender Stern mehr am Himmel“.

Julia Rosetti, mit der zusammen Yvonne ihre Ausbildung gemacht hatte, schilderte ihre Freundin als jemanden, der das Leben geliebt habe. „Dein Tod hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen.“

An der Trauerfeier nahmen auch NRW-Innenminister Herbert Reul, Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker und Bürgermeisterin Sonja Jürgens teil. Nach der Messe formierte sich ein beeindruckender Trauerzug zum Friedhof. Rund 1200 Menschen – darunter mehrere Hundert Polizisten und Feuerwehrleute – beteiligten sich daran und bekundeten somit ihre Anteilnahme. Auch am Straßenrand blieben viele Menschen stehen und erwiesen der Toten Respekt.

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