Gronau PCB-Richtlinie regelt Sanierungsdringlichkeit

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind ein ölartiges Gemisch aus über 200 strukturell ähnlichen

Einzelverbindungen. Seit 1983 werden sie in Deutschland nicht mehr hergestellt und verarbeitet.

PCB sind vorläufig in die Liste der Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserregendes Potenzial eingeordnet. Seit der 1990er Jahren werden PCB-Verunreinigungen in Innenräumen untersucht. PCB-belastete Materialien können zu einer Raumluftbelastung führen. Die Bewertung der Sanierungsdringlich­­keit regelt die PCB-Richtlinie NRW. Raumluftkonzentrationen unter 300 Nanogramm PCB/je Kubikmeter Luft (ng/cbm) sind als langfristig tolerabel anzusehen (sogenannter Vorsorgewert). Bei

Raumluftkonzentrationen zwischen 300 und 3000 ng PCB/cbm Luft ist die Quelle der Raumluftverunreinigung aufzuspüren und unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit mittelfristig (drei bis fünf Jahre) zu beseitigen. Zwischenzeitlich ist durch regelmäßiges Lüftung sowie

gründliches Reinigen und Entstauben der Räume eine Verminderung der PCB-Konzentrationen

anzustreben. Bei Raumluftkonzentrationen oberhalb von 3000 ng PCB/cbm Luft sind akute

Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen (Interventionswert für Sofortmaßnahmen). Bei entsprechenden Befunden sollen Kontrollanalysen durchgeführt werden, danach sind

unverzüglich Maßnahmen zur Verringerung der Raumluftkonzentration zu ergreifen. Der Zielwert

solcher Sanierungsmaßnahmen liegt bei weniger als 300 ng PCB/cbm Luft (Sanierungsleitwert).

Quelle: Stadt Gronau

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