Beraterinnen gehen auch zur Sexualpädagogik in weiterführende Schulen Donum Vitae: Zeit für Gespräche

Ahaus -

Mit Problemen, die mit Schwangerschaften zu tun haben, und vielen anderen kommen jährlich rund 300 Frauen in die Beratungsstellen von Donum Vitae im Kreis Borken. Bereits seit 2001 gibt es Donum Vitae an der Marktstraße 7 in Ahaus. Kostenlos beraten werden Frauen und Paare dort zu allen Aspekten rund um die Themen Schwangerschaft und Sexualität. Dabei nehmen die Schwangerschaftskonflikts- und die Familienplanungsberatung eine große Rolle ein.

Seit einem Jahr bilden Anna Sophia Weiß (l.) und Julia Lünenborg das Beratungsteam bei Donum Vitae.
Seit einem Jahr bilden Anna Sophia Weiß (l.) und Julia Lünenborg das Beratungsteam bei Donum Vitae. Foto: Madlen Gerick

Anna Sophia Weiß und Julia Lünenborg bilden seit einem Jahr das Team in der Beratungsstelle. Sie helfen den Frauen dabei eine Entscheidung für den Umgang mit ihren Problemen zu treffen. „Wir beleuchten in den Gesprächen immer alle Optionen, an die die betroffene Frau oft nicht denkt“, sagt Julia Lünenborg. Und Anna Sophia Weiß ergänzt: „Wir nehmen uns einfach Zeit für die Frauen oder Paare, wenn sie Redebedarf haben.“

Entgegen der allgemeinen Meinung kommen nur äußerst selten minderjährige Schwangere in die Beratungsstelle, so die beiden Frauen. Der Altersdurchschnitt liege bei 25 bis 30 Jahren. Einige von ihnen seien schwanger und hätten finanzielle oder familiäre Probleme. Dann kümmern sich Weiß und Lünenborg zum Beispiel darum, dass Geld von der Bundesstiftung für Mutter und Kind die Betroffenen erreicht. Oder sie sorgen dafür, dass sich im Umfeld der Betroffenen eine vertrauenswürdige Person findet, die die Ratsuchende in ihrer Situation begleitet.

Oft werden auch Paare beraten. Zum Beispiel wenn es um die Themen Kinderwunsch, Fehlgeburten und Pränataldiagnostik geht. Da Donum Vitae staatlich anerkannt ist, kann dort auch der Beratungsnachweis ausgestellt werden, der für einen Schwangerschaftsabbruch verpflichtend ist. Die Beratungsstelle wird zu 80 Prozent vom Staat finanziert, der Rest durch Spenden.

Ebenfalls zu den Aufgaben gehört die Sexualpädagogik und Prävention. Dafür geht das Team in weiterführende Schulen und spricht mit den Jugendlichen. „Oft können die Schüler mit Außenstehenden besser über Verhütung und Sexualität sprechen als mit Lehrpersonen“, sagt Anna Sophia Weiß.

Der offene Umgang mit Sexualität sei gerade für Ausländer ein schwieriges Thema. Daher fänden auch immer öfter Flüchtlinge den Weg in die Beratungsstelle.

Egal mit welchen Problemen die Menschen zu ihnen kommen, Julia Lünenborg ist sich sicher: „Es ist einfach wichtig, dass die Bevölkerung weiß, dass es uns gibt. Denn mit uns stehen die Frauen und Paare nicht alleine mit ihren Gewissenskonflikten da.“ Und ihre Kollegin betont: „Wir helfen den Frauen und Paaren dabei, eine eigene Entscheidung zu treffen, mit der sie gut leben können. Und wir respektieren diese, egal wie sie ausfällt.“

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