Neuer Blog mit Erlebnisberichten
Der Alltag in der Flüchtlingsarbeit

Ahaus -

Es geht um Auseinandersetzungen mit Behörden und Unternehmen, um persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen, um angenehme und unangenehme Erlebnisse. Im Blog „So schaffen wir das“ berichten Ahauser Integrationslotsen auf der Internetseite des Fefa (Forum Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus) von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe. Im Haus der Integration stellten Carmen Exposito-Stumberger vom Caritasverband sowie die Autoren das Blogprojekt jetzt vor.

Dienstag, 02.01.2018, 08:01 Uhr

Die Integrationslotsen und weitere an dem Blog Beteiligte stellten das Projekt der Ehrenamtlichen jetzt im Haus der Integration vor.
Die Integrationslotsen und weitere an dem Blog Beteiligte stellten das Projekt der Ehrenamtlichen jetzt im Haus der Integration vor. Foto: Christian Bödding

Ursprünglich sei es ihre Idee gewesen, ein Buch über die Erlebnisse zu veröffentlichten, erklärte Carmen Esposito-Stumberger . Doch gestartet werde erst einmal mit Beiträgen im Internet. Auch wenn sich die Flüchtlingssituation etwas entspannt habe. „Die Menschen sind da. Es ist wichtig, dass wir erzählen, was wir gemeinsam mit den Flüchtlingen erleben; für uns und die Öffentlichkeit.“ Neun Beiträge sind darüber entstanden. Nikolaus Schneider warf den fachlichen Blick auf die Artikel des Redaktionsteams. „Ich war beratend tätig und habe die Autoren gerne unterstützt.“ Es sei toll, dass die Integrationslotsen ihre Erfahrungen aufgeschrieben hätten. „Mit dem Schreiben setzt ein erstes Reflektieren ein.“

Entstanden seien neun sehr unterschiedliche Beiträge. Nikolaus Schneider: „Alle sind sehr direkt. Sie sprechen schöne, schwierige, Mut machende Erfahrungen an.“ Er sei beim Lesen der Texte sehr oft ergriffen gewesen.

Dabei müsse es nicht bei den neun Berichten bleiben, erklärte Nikolaus Schneider. „Die Gruppe versteht es als offenes Projekt. Wir freuen uns über alle, die sich einbringen wollen.“ Die Schilderungen könnten zum Beispiel Momentaufnahmen sein oder auch längere Zeiträume beschreiben. „Ich wusste nicht, wohin die Reise geht“, sagte Michael Ziegler, einer der Autoren. „Ich war mir nicht sicher, für wen wir schreiben.“ Die Texte könnten „Futter sein für Leute, die uns gar nicht mögen“. Sie könnten vielleicht auch entmutigend sein für Leute, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Für alle Texte gelte, dass sie nicht geglättet seien.

Nikolaus Schneider: „Zwischen positiv optimistisch und zerknirscht pessimistisch kommt alles vor.“ Dabei seien die Namen der Flüchtlinge sowie weiterer Beteiligter anonymisiert worden. Fotos gebe es nicht zu sehen.

Integrationslotse Heinrich Diehlmann: „Es war mehr Wut in mir drin, als aus dem Text hervorgeht.“ Heinrich Diehlmann berichtete beim Treffen von nicht gerade positiven Erfahrungen mit Behörden. „Es sind sehr persönliche und ehrliche Darstellungen der Arbeit der Integrationslotsen“, sagte Bernd Overkamp. Die Gruppe sieht die Berichte aber keineswegs als „Frustbewältigung.“ Im Gegenteil. Autorin Monika Schmiemann-Witsken sagt über ihre Arbeit als Integrationslotsin: „Ich ziehe ein positives Fazit. Ich habe mich so eingebracht, wie ich es wollte.“

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