Kreativer Krippenbauer
Rudi Haveloh baut Ställe aus Eichenholz

Alstätte -

Dass Rudi Haveloh ein Fußballverrückter im positiven Sinne ist, weiß wohl beinahe jeder Alstätter. Dass er auch ein sehr kreativer Mensch ist, wissen indes nur wenige. Doch er hat ein ganz besonderes Hobby.

Samstag, 23.12.2017, 06:12 Uhr

Details sind ihm beim Krippenbau wichtig, ebenso wie die richtige Stimmung. Deshalb läuft bei Rudi Haveloh in der Werkstatt stets Weihnachtsmusik im Hintergrund.
Details sind ihm beim Krippenbau wichtig, ebenso wie die richtige Stimmung. Deshalb läuft bei Rudi Haveloh in der Werkstatt stets Weihnachtsmusik im Hintergrund. Foto: Monika Haget

Vor vielen Jahren begann er, in seinem Keller eine Modelleisenbahn aufzubauen, die er mit entsprechender Landschaft gestaltete. Schnell nahm die Anlage den ganzen Raum ein. Inzwischen widmet sich Rudi Haveloh seit rund 18 Jahren einem anderen Hobby: dem Bau vom Krippenställen.

„Den ersten Stall hab‘ ich für meine Familie gebaut, damals noch mit einfachen Mitteln“, sagt er. Sein Geschick sprach sich im Bekanntenkreis herum, einige baten ihn, auch für sie einen Stall zu entwerfen. Und so werkelte er schon bald an seinem zweiten und dritten Exemplar. Die Mund-zu-Mund-Propaganda setzte sich fort, heute arbeitet er ausschließlich auf Bestellung.

Als Werkstoff bevorzugt Rudi Haveloh Eichenholz, dass bestenfalls lange gelagert hat. Von den Bauern aus der Umgebung bekommt er ab und zu ein Stück, wenn Scheunen abgerissen oder Fundamente ausgegraben werden. Damit sitzt er dann in seiner kleinen Werkstatt, nimmt das Schnitzmesser zur Hand und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik. „Ich muss ein gewisses Feeling haben, sonst klappt es nicht mit dem Bauen“, sagt er und lacht. Ein Teller mit Spekulatius gehört ebenfalls dazu.

Sehr viel Wert legt der Künstler – so darf man ihn getrost bezeichnen – auf Details. Die Türscharniere hat er aus Kupferblech angefertigt, im Giebel prangt die Jahreszahl der Fertigstellung, sogar Einfluglöcher für Tauben sind eingebaut. Jeder Krippenstall erhält zudem einen Lastenaufzug. „Damit wurden früher die Kornsäcke nach oben befördert“, weiß Rudi Haveloh. Auch alle Accessoires fertigt er eigenhändig an. Aufwendige Holzbrücken, Zäune, Mistgabeln, Schubkarren und Harken, alles entsteht in liebevoller Handarbeit.

Für einen kompletten Krippenstall benötigt der Alstätter 60 bis 70 Stunden. Gearbeitet wird nur in den Wintermonaten, im Sommer ist er mit seiner Lebensgefährtin mit dem Wohnmobil auf Achse. Wer also Interesse hat, sollte sich möglichst zu Anfang des Jahres bei ihm melden. Denn Haveloh nimmt nur wenige Aufträge an. „Es soll ein Hobby bleiben“, sagt er. „Deshalb nehme ich auch nicht an Ausstellungen oder Märkten teil.“

Im nächsten Jahr will Rudi Haveloh zuerst den Stall, den er 2001 für den Kindergarten St. Marien gebaut hat, komplett erneuern. „Dreimal habe ich ihn bereits repariert“, erzählt er, „nun ist eine Generalüberholung nötig.“ Gleichzeitig will er ihn schöner gestalten, die Außenwände sollen ein Fachwerk und das Dach einzelne Schindeln erhalten.

Dann kann der Krippenstall im kommenden Dezember in neuem Glanz erstrahlen – und die Kinder erfreuen.

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