Familienzentrum Wittekindshof
Ein früher Weltentdecker

Ahaus/Schöppingen -

Paul ist neugierig und will die Welt entdecken. Wenn er etwas Interessantes sieht, setzt der Dreijährige alle Hebel in Bewegung, um hinzukommen. Laufen kann er noch nicht, aber robben. Das braucht Kraft, aber Paul ist ein Kämpfer und gibt alles. Das war schon immer so.

Dienstag, 19.12.2017, 06:12 Uhr

Paul ist viel zu früh geboren. In der Frühförder- und Beratungsstelle Wittekindshof wird er gezielt gefördert.
Paul ist viel zu früh geboren. In der Frühförder- und Beratungsstelle Wittekindshof wird er gezielt gefördert. Foto: Anke Marholdt

Paul ist viel zu früh in der 28. Schwangerschaftswoche geboren und hat sich ins Leben gekämpft. Pauls rechte Körperseite ist etwas schwächer als die linke. Aber er gibt nicht auf und will trotzdem vorwärtskommen – auch die schräge Rampe hoch, die Hildegard Schwede in der Frühförder- und Beratungsstelle im Familienzentrum Wittekindshof Scheelenkamp in Ahaus für ihn aufgebaut hat. Die Erzieherin begleitet Paul und seine Eltern aus Schöppingen seit gut zweieinhalb Jahren.

„Für Paul ist es wichtig, dass die Förderung spielerisch geschieht. Bei aller Anstrengung soll er Spaß haben und braucht Erfolgserlebnisse, um sich weiterzuentwickeln“, berichtet Schwede, für die die gezielte Wahrnehmungsförderung eine wichtige Basis der Frühförderung ist: „Je nach Entwicklungsstand und Förderzielen bieten wir den Kindern ganz unterschiedliche Materialien zum Fühlen, Tasten oder zum Erkunden an. Für Paul sind momentan unterschiedliche Bewegungserfahrungen wie Bewegung auf dem Boden oder das Klettern auf einer Schräge wichtig, um Gleichgewicht, Koordination und den Bereich der Motorik zu fördern“, erklärt Schwede.

„Je früher wir mit der Frühförderung ein Kind unterstützen, desto besser stehen die Chancen, dass das Kind Entwicklungsverzögerungen aufholt oder lernt, den Alltag trotz Einschränkungen möglichst selbstständig zu gestalten“, ergänzt Eva-Maria Beckmann . Sie ist die neue Leiterin der Wittekindshofer Frühförder- und Beratungsstelle, die großen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und die Einbeziehung des familiären und sozialen Umfeldes legt.

Für Paul hat Hildegard Schwede die schräge Rampe vor eine Kiste mit Kastanien gestellt. In einem kleinen grünen Körbchen zeigt sie ihm einige Kastanien und hat damit seine Neugierde geweckt. So schnell wie möglich robbt er nach oben, greift die Kastanien und wirft sie mit Begeisterung in die große Holzkiste. Hildegard Schwede freut sich mit ihm, aber achtet auch darauf, dass er beide Hände einsetzt. Als Paul alle Kastanien weggeworfen hat, guckt er erst seine Eltern und dann Hildegard Schwede erwartungsfroh an. „Möchtest Du eine Kastaniendusche?“, fragt Hildegard Schwede und weiß genau, dass Paul das liebt. Vorsichtig schüttet sie die Kastanien über seinen Kopf. Er lacht vor Vergnügen, möchte Kastanien auffangen und stabilisiert so sein Gleichgewicht.

Später sitzt Paul selbst in der Holzkiste. Der niedrige Rand gibt ihm Stabilität beim Sitzen, aber eigentlich braucht er das fast gar nicht mehr: „Das Sitzen klappt immer besser“, freut sich Antje Heinker-Siebels, die mit ihrem Sohn auch im Alltag Spiel und Förderung verbindet und dafür viele Anregungen durch die Frühförderung erhalten hat.

Mindestens ebenso wichtig ist für die Eltern von Paul, das persönliche Gespräch: „Natürlich tauschen wir uns über Pauls Entwicklung aus, aber wir bekommen durch die Frühförderung auch wichtige Hinweise und Empfehlungen hinsichtlich therapeutischer oder fachärztlicher Maßnahmen und haben gemeinsam über die passende Kindertagesstätten für Paul gesprochen“, berichtet Antje Heinker-Siebels.

► Kontakt: Eva-Maria Beckmann, ✆ 02561 6956442, fruehfoerderung@wittekindshof.de. Die Angebote der Frühförderung finden bei Bedarf im Elternhaus oder in den Räumen der Wittekindshofer Frühförder- und Beratungsstellen in Ahaus und Gronau statt. Die Erstberatung ist für Eltern kostenlos.

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