Niederländischer Club in Alstätte solidarisiert sich Rocker demonstrieren gegen "Hexenjagd" der Polizei

Alstätte -

Einsatz in Altstätte: Mitglieder des niederländischen Rocker-Clubs Satudarah erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Am Sonntag demonstrierten sie vor dem Haus des flüchtigen Clubmitglieds, dessen Hunde die Polizei bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch erschossen hatte.

Von Klaus Wiedau
In Alstätte demonstrierten Mitglieder des Clubs Satudarah gehen den Polizeieinsatz am vergangenen Mittwoch.
In Alstätte demonstrierten Mitglieder des Clubs Satudarah gehen den Polizeieinsatz am vergangenen Mittwoch. Foto: Carlo ter Ellen

Rund 400 Mitglieder des niederländischen Rocker-Clubs Satudarah haben am Sonntag in Alstätte ihre Verbundenheit mit dem weiter auf der Flucht befindlichen Clubmitglied Michel B. bekundet. Sie hängten Blumen an den Zaun des Hauses von B. an der Gronauer Straße und begutachteten die Einschusslöcher des Polizeieinsatzes und die Blutspuren, die nach der Tötung der zwei Hunde zurückblieben.

Verachtung für die Polizeiaktion

Das Haus von Michel B. war, wie berichtet, am Mittwoch von deutschen Polizeibeamten im Wege der Amtshilfe für die niederländische Justiz durchsucht worden. Bei der Solidaritätsveranstaltung waren alle niederländischen Chapter mit Delegationen und führenden Mitgliedern vertreten, um ihre Verachtung für die Polizeiaktion deutlich zu machen, berichtet die Enscheder Zeitung TC Tubantia.

"Hexenjagd auf unsere Frauen, Kinder und Haustiere"

„Die Justiz ist zu weit gegangen“, wird der Vize-Präsident von Saturdarah Niederlande, Vice Malessy, zitiert: „Die Polizei wusste, dass Michel nicht zu Hause war, wohl aber seine Frau und die Kinder. Schon seit Jahren wird eine Hexenjagd auf uns veranstaltet, aber jetzt wurde eine Grenze überschritten. Jetzt gehen sie auch gegen unsere Frauen, Kinder und Haustiere vor.“

Während der Zusammenkunft wurden Blumensträuße am Zaun rund um das Grundstück von Michel B. gehängt – sie sollten an die von der Polizei erschossenen Hunde erinnern. Zugleich sollte damit ein Zeichen der Unterstützung für die Familie gesetzt werden.

Michel B. auf niederländischer Fahndungsliste

Der aus Enschede stammende Michel B. ist eines der Gründungsmitglieder von Satudarah in den Niederlanden. Im vergangenen Monat wurde er in den Niederlanden auf die nationale Fahndungsliste gesetzt. Ihm wird, so die niederländische Zeitung Tubantia, vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung zu leiten. Die niederländische Justiz unternimmt derzeit einen neuen Anlauf, um Satudarah per Gerichtsbeschluss verbieten zu lassen. Bei der Durchsuchung am vergangenen Mittwoch nahmen die Polizeibeamten unter anderem auch Dokumente mit.

Mehr zum Thema

Ermittlungen gegen Motorclub: Polizei durchsucht Wohnhaus von Satudarah-Mitgründer

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5286863?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F