Kita-Plätze Viel Platz für unter Dreijährige

Ahaus -

Das Betreuungsangebot für unter Dreijährige ist in Ahaus gut. Bei älteren Kindern sieht es anders aus.

Von Christian Bödding
Kita-Plätze sind in jeder Kommune immer ein Thema. In Ahaus ist aktuell die Versorgungsquote mit Plätzen für Kinder unter drei Jahren besser als für Mädchen und Jungen, die drei Jahre und älter sind.
Kita-Plätze sind in jeder Kommune immer ein Thema. In Ahaus ist aktuell die Versorgungsquote mit Plätzen für Kinder unter drei Jahren besser als für Mädchen und Jungen, die drei Jahre und älter sind. Foto: Colourbox

Die Planerwelt sei schon mal einfacher gewesen, stellte Harald Sehr von der Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (Gebit) seinen Ausführungen voran. Er erläuterte am Montagabend im Jugendhilfeausschuss die Fortschreibung der Tageseinrichtungsplanung. Sein Fazit: „Wir haben ein bisschen die Kinder über drei Jahren aus den Augen verloren.“

Die Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren habe in den vergangenen zu einer starken Fokussierung auf diese Altersgruppe geführt. Mit Hilfe verschiedener Förderprogramme von Bund und Land seien neue Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten geschaffen worden. Für Ahaus bedeute das: „Die Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren ist unproblematisch.“

Anders sehe es bei der Betreuung von Mädchen und Jungen über drei Jahren aus. Im Versorgungsbereich Ahaus-Wessum-Wüllen liege das Angebot deutlich unter den Erfordernissen. Harald Sehr: „Schon 2018 fehlen 65 Plätze für eine Versorgungsquote von 98 Prozent.“ Mit Blick auf die Ortsteile erklärte Sehr, dass vor allem das Angebot im kleinsten Ortsteil Graes begrenzt sei. Für Kinder unter drei Jahren fehlen dort bis zu sechs Plätze; für Kinder über drei Jahren im Kita-Jahr 2019/20 sogar bis zu 13 Plätze. Die Lage in Ottenstein sei mit der in Graes vergleichbar. Dort fehlten bis zu 28 Plätze im Kita-Jahr 2019/20. In der Gesamtbetrachtung bedürfe in Ahaus das Angebot für Kinder über drei Jahren der Erweiterung. Harald Sehr: „In den nächsten Jahren besteht durchweg ein Fehlbedarf von rund 50 Plätzen.“

Zahlen, die Wilfried Hollekamp vom Fachbereich Jugend nach eigener Aussage erst mal nicht beunruhigen. „Es werden sich auch kurzfristige Lösungen finden“, sagte er. Konkrete Vorschläge werde die Verwaltung im Januar unterbreiten. Hollekamp: „Wir haben die Zahlen auch den Trägern gezeigt. Es gibt eine große Bereitschaft, die Probleme zu lösen und an der Lösung mitzuwirken.“

Gleichwohl werde mit Überbelegungen in Einrichtungen geplant werden müssen. Hollekamp: „Die Kunst ist, immer genau so viele Plätze bereitzustellen, wie gebraucht werden.“ Hollekamp erklärte auch, warum trotz gestiegenen Betreuungsbedarfs in Ottenstein die Kita der katholischen Kirchengemeinde nicht erweitert werden dürfe. Es gebe eine Vorgabe des Bistums. „Die katholischen Kitas dürfen nicht erweitern, wenn es andere Träger vor Ort gibt.“ Das sei mit der DRK-Kita Burg Funkelstein der Fall. Entlastung werde das Vorhaben bringen, die DRK-Kindertageseinrichtung um eine dritte Gruppe zu erweitern. Dies sei geplant, gab er bekannt.

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