Quantwicker Mühle: Flügel abgebrochen Wahrzeichen mit Sturmschaden

Wüllen -

Flügellahm steht sie da, die Quantwicker Mühle am Düwing Dyk. Sturmtief „Herwart“ hat seine Spuren an einem der markantesten Wüllener Wahrzeichen hinterlassen. Einer der vier etwa zehn Meter langen Flügel, auch Rute genannt, ist abgebrochen und liegt auf einem anderen Flügel. Aus Sicherheitsgründen haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes die Zufahrt zur Mühle versperrt. Rund um das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde ein Bauzaun aufgestellt.

Von Christian Bödding
Ein Flügel der Quantwicker Mühle ist während des Sturms abgebrochen.
Ein Flügel der Quantwicker Mühle ist während des Sturms abgebrochen. Foto: Christian Bödding

Der Wüllener Bernhard Fritsche hatte den Flügelbruch an der Mühle zuerst bemerkt und die Stadtverwaltung informiert. „Bevor noch etwas passiert“, sagte er. „Wir sind rausgefahren und haben den Bereich um die Mühle abgesperrt“, erklärte Michael Gerling vom Fachbereich Immobilienwirtschaft der Stadt Ahaus. Nach einer ersten Begutachtung stand für die Verwaltung fest: Der gebrochene Flügel wird demontiert.

Nach der Demontage soll ein Gutachter die Quantwicker Mühle untersuchen. „Dabei lassen wir auch prüfen, wie es um die anderen Flügel bestellt ist“, sagte Gerling. Die Stadt ist Pächterin der Mühle, Eigentümer des Bauwerkes ist die Familie Schulze Schwering. Gerling: „Wir haben den Eigentümer sofort informiert.“ Gemeinsam sei die Mühle in Augenschein genommen worden.

Die Stadt ist laut Pachtvertrag für die Instandsetzung der Mühle verantwortlich. Sie hatte bereits 1981 die äußere und innere Wiederherstellung der damals verfallenen Windmühle übernommen. Gerling: „Wir haben uns auch um die Versicherung des Gebäudes gekümmert.“ Die Verwaltung geht davon aus, dass die Versicherung grünes Licht für den Flügelabbau geben wird. Es sei in deren Sinn, dass kein weiterer Schaden entstehe.

Mit im Boot ist zudem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die Behörde verfüge in Sachen Denkmalschutz über zahlreiche Kontakte. „Nicht nur zu Gutachtern, sondern auch zu Firmen, die sich mit der Sanierung solcher Gebäude bestens auskennen.“

Zur Höhe der Kosten der Flügelreparatur konnte Gerling noch keine genauen Auskünfte geben. Auszugehen sei von einem Schaden in mindestens fünfstelliger Höhe. „Wir müssen sehen, ob auch die Welle und das Drehkreuz beschädigt wurden. Gut möglich, dass die Dacheindeckung gelitten hat.“ Wüllens Ortsvorsteher Hermann Josef Haveloh blutet aktuell beim Blick auf die Mühle das Herz: „Ich gehe stark davon aus, dass wir eine Lösung finden und die Windmühle wieder auf die Beine bekommen“, sagte er. Zu einem Gutteil machte der Ortsvorsteher den Klimawandel für den Mühlenschaden verantwortlich. „Die Zahl der Orkane hat deutlich zugenommen.“

Über den Wert der Mühle für Wüllen weiß der Heimatverein bestens Bescheid. „Natürlich ist es in unserem Sinne, dass der Schaden schnellstmöglich behoben wird“, sagte Geschäftsführerin Anne Weihs. Das Gebäude wird in den Sommermonaten für Ausstellungen genutzt. Mühlenexperte Bernhard Fritsche ist Mitglied der Westfälisch-Lippischen Mühlenvereinigung. Er führt drei Punkte ins Feld, die die 1835 errichtete Mühle so bedeutsam machen. „Die Quantwicker Mühle ist eines der wenigen noch erhaltenen technischen Denkmäler in der Region. Sie ist landschaftsprägend und sie ist ein Wahrzeichen.“ Fritsche will mit der Vereinigung 2018 eine Besichtigungstour unternehmen und auch die Quantwicker Mühle besuchen. „Hoffentlich präsentiert sich das Bauwerk dann nicht mehr so wie jetzt.“

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