Atommüll-Zwischenlager Ahaus
„Vorerst keine Castor-Transporte“

Ahaus -

Zumindest in den nächsten zwei bis drei Jahren werde es keine Castor-Transporte aus Jülich nach Ahaus geben. Das jedenfalls ist die Einschätzung von Staatssekretär Peter Knitsch aus dem NRW-Umweltministerium.

Donnerstag, 26.01.2017, 19:01 Uhr

 
  Foto: dpa (Symbolbild)

Vorgetragen wurde sie Anfang der Woche bei einem Gespräch in Düsseldorf mit einer Delegation des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen. Der Staatssekretär begründete seine Einschätzung damit, dass durch die notwendige Anwendung neuer Sicherheitsrichtlinien zum Schutz der Atomtransporte vor Terrorangriffen umfangreiche Maßnahmen erforderlich seien, die längere Zeit in Anspruch nähmen.

Bei dem Gespräch übergab Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative (BI) „Kein Atommüll in Ahaus “ dem Staatssekretär die „Westcastor-Resolution“. Darin fordern 88 Verbände und Initiativen, die 152 Castor-Behälter im maroden Zwischenlager Jülich nicht nach Ahaus oder in die Vereinigten Staaten zu transportieren, sondern ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager in Jülich zu bauen.

Mit der Übergabe wollten die Atomkraftgegner auf die Verantwortung und Handlungsspielräume der NRW-Landesregierung hinweisen. Denn das NRW-Umweltministerium entsendet in der Person von Peter Knitsch genau wie das NRW-Wissenschaftsministerium einen Staatssekretär in die Aufsichtsräte des Forschungszentrums Jülich und die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen.

In der Westcastor-Resolution kritisieren die Atomkraftgegner, dass sich das Forschungszentrum Jülich als Verursacher des Atommülls um seine Verantwortung drücke und den von ihm verursachten Atommüll allein aus Imagegründen schnellstmöglich loswerden wolle.

„Von der NRW-Landesregierung und ihren Aufsichtsratsmitgliedern erwarten wir endlich eine Initiative zum Neubau eines möglichst sicheren Zwischenlagers in Jülich und damit verbunden ein klares Veto gegen die unsinnigen und offensichtlich hoch gefährlichen Castor-Transportpläne“, sagte Harmut Liebermann von der Ahauser Bürgerinitiative.

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