Gaststätte Elling schließt Seelsorger und Zuhörer zugleich

Metelen -

Die Gaststätte Elling schließt zum Weihnachtsfest dieses Jahres. Viele Vereine und Gruppen sowie zahlreiche Kegelclubs waren hier Zuhause. Für Wirt Josef Elling und seine Schwestern Eleonore und Philomene endet damit eine Ära, die zugleich ein Stück Familiengeschichte ist.

Von Martin Fahlbusch
Ein Prosit mit leeren Gläsern auf die vergangenen Jahrzehnte: Josef Elling und seine Schwestern Eleonore (l.) und Philomene schließen die Gaststätte zum Weihnachtsfest.
Ein Prosit mit leeren Gläsern auf die vergangenen Jahrzehnte: Josef Elling und seine Schwestern Eleonore (l.) und Philomene schließen die Gaststätte zum Weihnachtsfest. Foto: Martin Fahlbusch

Keine Frage: Er wird fehlen. Wenn Josef Elling , den viele in Metelen Jupp nennen, und seine Schwestern Eleonore Elling (81) und Philomene Lösing (geb. Elling, 70) am 21. Dezember die Eingangstür ihres Gasthauses, Vitustor 21, offiziell für immer schließen, macht sich nur nicht nur bei ihnen, sondern auch bei vielen Gästen und Bewohnern des Vechtestädtchen etwas Wehmut breit.

Und die Ellings bleiben auch in der Stunde des Abschiednehmens ihrer verbindlichen und freundlichen Linie treu. So liest man auf dem Aushang, der schon einige Wochen im Schankraum, auf der Schießanlage und der Kegelbahn hängt: „Liebe Gäste, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Nachfolge-, Alters und Gesundheitsgründen unser Lokal nicht mehr fortführen können und möchten.“

Diese Zeilen haben sich die drei sehr wohl überlegt, sagt Josef Elling: „Mir war wichtig, dass wir um Verständnis bei unseren Gästen und Freunde bitten und nicht einfach zumachen. Und wir bedanken uns bei unseren vielen treuen Gästen, Kegelclubs und Vereinen ebenso wie den Familien, die immer den Weg zu uns gefunden haben.“ Wenn man Josef Elling ansieht, glaubt man kaum, dass er im nächsten Jahr seinen 80. Geburtstag feiern wird.

„Wir sind mit Maria, die jüngst gestorben ist, meiner Wenigkeit, Josef, Mathilde, Elisabeth, Ferdinand und Philomene sieben Geschwister. Unsere Eltern, Amalie und Wilhelm Elling, haben die 1866 an Ferdinand Elling erteilte Erlaubnis zum Betrieb einer Schenkwirtschaft im Sinne unserer Vorfahren weitergeführt“, erzählt Eleonore.

Für Josef, den ältesten Sohn der Familie war einfach klar, dass er neben der Landwirtschaft und seiner Tätigkeit als Fuhrunternehmer für die VEW in die Fußstapfen des Vaters treten würde. „Ich wäre gerne länger zur Schule gegangen“, erinnert er sich an seine Zeit auf der Handelsschule in Schapen.

„Aber das war halt so. Die Eltern bestimmten die Richtung, haben aber auch bei uns Mädchen für eine umfassende Ausbildung gesorgt“, betonte Philomene Lösing. Seit 1954 steht nun Josef hinter der Theke und hatte in jeder Beziehung Glück mit seiner Frau Agnes, die als geborene Hoppe aus einer Gastwirtsfamilie aus Ibbenbüren kam und die er 1977 heiratete. „Die war lange die Seele hier im Haus“, blickt Josef zurück.

Nach deren Tod 1999 betrieb er mit seinen Schwestern und vielen guten Hilfen, wie beispielsweise Mechthild Köning, die Gaststätte, die 1971 durch einen Saal ergänzt wurde, weiter als offenes Haus für Vereine, Organisationen, Parteien und Familienanlässe.

„Man ist Seelsorger und Zuhörer zugleich, nur Streitereien vor der Theke mag und will ich nicht“, stellt der Gastwirt klar. Ganz typisch auch der Elling-Abschied: Am 23. Dezember ab 17 Uhr sind alle treuen Gäste zu einem geselligen Abend ins Gasthaus Elling eingeladen.

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