Neurowissenschaftler Prof. Dr. Stefan Treue „Es gibt keine Alternative zu Tierversuchen“

Münster -

„Ohne Tierversuche geht es nicht“, sagt Prof. Dr. Stefan Treue, der das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen leitet und zugleich Abteilungsleiter für kognitive Neurowissenschaften und Biopsychologie der Fakultät für Biologie und Psychologie an der Universität Göttingen ist.

Von Marion Fenner
Prof. Dr. Stefan Treue 
Prof. Dr. Stefan Treue  Foto: Gunnar A. Pier

Treue wirbt beim Besuch unserer Redaktion um Verständnis für Tierversuche, zu denen es aus seiner Sicht keine Alternative gibt. Neurologische und psychische Erkrankungen nähmen zu, erklärt Treue. „Wer wissen will, wie das menschliche Gehirn funktioniert, wie Krankheiten wie Alzheimer oder Infektionen wie Grippe oder HIV wirken, muss an Tieren forschen.“ Treue hat mit Kollegen die Initiative „Tierversuche verstehen“ gegründet. Er will die Kommunikation verbessern und seine Arbeit transparenter machen. „Viele Menschen haben Schreckensbilder im Kopf, die nicht der Realität entsprechen“, ist er überzeugt. Deshalb lädt er jeden Interessierten ein, Versuchslabore zu besichtigen.

Tierversuche unterliegen laut Treue sehr strengen Vorschriften. „Für Kosmetikprodukte sind sie generell verboten“, sagt er. Und bei allen anderen Forschungen werde stets geprüft, ob es Alternativen ohne Tiere gebe oder zumindest ein „weniger leidensfähiges Tier“ dafür infrage komme.

Die meisten Versuche in Deutschland würden an sogenannten transgenen Tieren, dazu gehören genveränderte Mäuse, vorgenommen. Laut Treue ist das die einzige Methode, um in der Erforschung und damit auch Behandlung von verschiedenen Krankheiten wirklich voranzukommen.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5311259?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F5311268%2F