N 1 fährt seit 25 Jahren Die erste Nachtfahrt im Münsterland

Sendenhorst/Albersloh -

Vor 25 Jahren fuhr der erste Nachtbus im Münsterland – der N 1 von Ahlen über Sendenhorst und Albersloh nach Münster. Das war seinerzeit eine kleine Zeitenwende im öffentlichen Personennahverkehr – vor allem für junge Menschen. Der „Geburtstag“ wird am 18. November mit den „Bullemännern“ gefeiert.

Von Josef Thesing
Vor 25 Jahren berichteten die WN über die erste Fahrt des Nachtbusses N 1. Zuvor war in der Innenstadt für die neue Linie geworben worden.
Vor 25 Jahren berichteten die WN über die erste Fahrt des Nachtbusses N 1. Zuvor war in der Innenstadt für die neue Linie geworben worden. Foto: Annette Metz

Es war eine Premiere, die ein bisschen etwas von einer Zeitenwende im öffentlichen Personennahverkehr hatte. Und deshalb stand der damalige SPD-Bürgermeister Franz-Josef Reuscher auch im Konfetti-Regen, als er mit dem Durchschneiden des Bandes symbolisch den ersten Nachtbus am Teckelschlaut in Albersloh auf die Reise schickte. Es war nicht nur der erste Nachtbus zwischen Ahlen und Münster – über Sendenhorst und Albersloh –, sondern der erste Nachtbus im Münsterland überhaupt. Gemeinsam mit den Städten Sendenhorst und Ahlen setzte die Regionalverkehr Münsterland den Bus nach einer längeren Diskussions- und Planungsphase auf die Straße. Mit im Boot war – und ist es bis heute – die Westfälische Provinzial-Versicherung, die sich an den Betriebskosten beteiligt. Denn der Nachtbus ist ein Zuschussgeschäft.

Das Anliegen der Städte und Unternehmen war seinerzeit nicht nur, die Mobilität junger Menschen zu verbessern – und zwar die ersten 15 Jahre ausschließlich am Samstag. Es ging vor allem auch darum, die Sicherheit zu erhöhen, indem junge Fahrer davon abgehalten werden sollten, mit dem Auto nach Münster zu fahren. Zudem sollten die Unfallzahlen zwischen Ahlen, Sendenhorst, Albersloh und Münster gesenkt werden.

Vor der ersten Fahrt wurde in der Sendenhorster Innenstadt kräftig die Werbetrommel für den Nachtbus gerührt. Foto: Gabriele Hillmoth

Der N 1 wurde, was die Partner damals erhofft, aber so nicht erwartet hatten, schnell ein Erfolgsmodell. „Münster ist auch abends und nachts ein attraktives Ziel – nicht nur für junge Menschen“, erklärt Björn Lindner, Pressesprecher der RVM, im Gespräch mit den WN. Das macht sich auch an den Fahrgastzahlen fest: 17 000 sind es im Jahresdurchschnitt. Das macht rund 425 000 Gäste in 25 Jahren.

Vor etwa zehn Jahren wurde dann beschlossen, den Nachtbus auch freitags einzusetzen. Zu diskutieren gab es da weit weniger als vor dem Start vor 25 Jahren. Bei größeren Veranstaltungen in Münster – egal, ob am Freitag oder am Samstag – reicht heute zu manchen Fahrtzeiten ein Bus nicht mehr aus, so dass zwei eingesetzt werden. Der Nachtbus N 1 fährt immer in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag von Ahlen über Sendenhorst nach Münster und zurück. Und manchmal auch vor Feiertagen.

Die erste Fahrt führte vor 25 Jahren übrigens von Albersloh nach Ahlen, wo im Freizeitbad ein Empfang stattfand. Dann ging es – passend zum Anlass – durch dichten Nebel über Sendenhorst und Albersloh nach Münster – musikalisch begleitet vom Vokalensemble „Die Buxbäumchen“. Viele stiegen am Kino „Stadt New York“ aus, wo der Film „My Girl“ gezeigt wurde, berichteten vor 25 Jahren die Westfälischen Nachrichten.

Nach dem Kneipenbummel ging es damals gegen 2.30 Uhr zurück nach Sendenhorst. Wer es heute samstags besonders lange im Münsteraner Nachtleben aushält, steigt um 3.40 Uhr am Bahnhof in der Domstadt ein, um nach Hauses zu fahren.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5219127?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F