Falscher-Polizisten-Trick So werden Senioren um viel Geld betrogen

Münsterland -

Senioren sind im September verstärkt Opfer von Betrügern geworden. Allein in Münster sind sechs Opfer auf falsche Polizisten am Telefon hereingefallen und haben 425.000 Euro verloren. Ein typischer Fall zeigt, wie die Kriminellen vorgehen.

Von Stefan Werding
Senioren müssen am Telefon vorsichtig sein.
Senioren müssen am Telefon vorsichtig sein. Foto: dpa

Die Ermittler berichten von einer „Welle“ von Straftaten in Münster, aber auch im Kreis Coesfeld. In der Region berichtet die Polizei von mindestens 550 Anrufen im Jahr 2017, bei denen Betrüger versucht haben, alte Menschen auszutricksen. Dabei handeln die Täter immer perfider.


Die Scham der Opfer

Nachdem sie Opfer von falschen Enkeln oder falschen Polizisten geworden sind, schämen sich viele Betroffene zutiefst angesichts ihrer Gutgläubigkeit. „Darum bieten ihnen unsere Opferschützer Gespräche an, damit sie über die Tat reden können“, sagt Ute Stehr von der Polizei in Münster. „Wir machen keine Vorwürfe. Wir zeigen Verständnis.“ Schließlich seien die Opfer so unter Druck gesetzt worden, dass sie keine Chance hatten. Im Alter lasse nicht nur die Fähigkeit, schnell zu laufen, nach, sondern auch die gesunde Skepsis. Genau zu der rät ihre Kollegin Alexandra Kampmann-Kriens. „Egal, ob jemand mit einem Anliegen vor der Tür steht oder am Telefon etwas von Ihnen will: Nehmen Sie sich Zeit, und seien Sie skeptisch. Wenden Sie sich an Dritte. Wenn Sie die Situation überrumpelt: Beenden sie da Gespräch.“

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