Debatte um Forderungen von Landwirten und Jagdverpächtern
Jäger wollen keine Wölfe schießen

Münster -

Sie wollten eine offene Diskussion über den Umgang mit dem Wolf in Westfalen anstoßen – und das ist gelungen: Quasi postwendend gab es Reaktionen auf das Gutachten, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden am Dienstag vorgestellt hatten.

Mittwoch, 09.08.2017, 16:08 Uhr

Ein Wolf im Allwetterzoo in Münster.
Ein Wolf im Allwetterzoo in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

In den sozialen Medien wurde die Forderung, Wölfe jagen zu dürfen, heftig diskutiert. Mitunter wurden die Jagd-Befürworter ruppig beschimpft. Es gab aber auch durchaus fundierte Ausführungen zu Vor- oder Nachteile einer Ansiedlung.

Der Nachbarverband des WLV, der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV), vertritt übrigens eine entgegengesetzte Meinung: Nur verhaltensauffällige Wölfe und solche, die immer wieder Weidetiere bedrohten, sollten abgeschossen werden, forderte der Verband am Mittwoch.

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier

Den Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen treiben derweil ganz andere Gedanken um: die Sorge um die Sicherheit der eigenen Mitglieder. „Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW ist richtig und wichtig“, sagt Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenbach noch. Aber: Er warnt davor, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen. Dann nämlich wären es die Jäger, die im Problemfall einen Wolf erschießen müssten – und in dieser emotional geführten Kontroverse den Ärger abbekämen, wie Pressesprecher Andreas Schneider auf Nachfrage erläuterte. Lieber sei den Jägern, wenn der Wolf „ordnungsrechtlich behandelt“ werde – also die Polizei zuständig ist.

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Landwirte und Jagd-Verpächter hatten – wie berichtet – auf einer Pressekonferenz am Dienstag vor der künftigen Gefahr durch die Rückkehr der Wölfe gewarnt. Sie sehen nicht nur die Weidetierhaltung bedroht, weil Wölfe Nutztiere reißen, sondern fürchten auch Gefahren für Menschen. Deshalb forderten sie ein Wolf-Management, das mehr sei als eine bloße Beobachtung der Tiere.

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