Wetter Heute ist Siebenschläfertag - fällt der Sommer ins Wasser?

Münster -

Nicht nur Meteorologen schauen am Dienstag ganz genau auf das Wetter. Denn der 27. Juni ist der sogenannte Siebenschläfertag, der einer alten Bauernregel zufolge das Wetter für die kommenden sieben Wochen bestimmen soll. Fällt der Sommer also ins Wasser?

Von Jan Hullmann
Wetter : Heute ist Siebenschläfertag - fällt der Sommer ins Wasser?
Graue Wolken ziehen über den Prinzipalmarkt in Münster. Ein Bild, an das man sich in diesem Sommer, möglicherweise gewöhnen muss. Foto: Matthias Ahlke

„Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“ - so lautet zumindest eine Bauernregel für den 27. Juni, dem Siebenschläfertag. Pech, dass in diesem Jahr für den 27. Juni vor allem Regen, Gewitter und stürmische Böen vorausgesagt worden sind. Sind jetzt sieben Wochen Regen angesagt?

Jürgen Schmidt , Meteorologe beim Wetterkontor, kann zunächst beruhigen: Entscheidend für den weiteren Sommerverlauf sei nicht ein einzelner Tag, sondern ein etwa zweiwöchiger Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. Wenn in diesem Zeitraum schlechtes Wetter überwiege, sei die Wahrscheinlichkeit für einen kühlen und feuchten Sommer tatsächlich relativ hoch. Und für diesen Zeitraum sieht es „leider erstmal schlecht aus″, sagt Schmidt.

„Sommerpause” deutet sich an

In den nächsten Tagen kommen auf das Münsterland viel Regen, Gewitter und ab Donnerstag auch kühlere Temperaturen zu, prognostiziert der Meteorologe. Am Wochenende sei mit Temperaturen unter 20 Grad und wechselhaftem Wetter zu rechnen, das wegen eines vom Atlantik aufziehenden Tiefs auch nächste Woche bleiben werde. Nach dem heißen, trockenen Juni - die Durchschnittstemperatur lag 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel - deute sich eine „Sommerpause” und ein kühler, feuchter Juli an.

Hoffnung für alle Sonnenhungrige: Die Siebenschläferregel trifft statistisch gesehen in etwa einem von drei Jahren nicht zu.

Bauernregel

Einst verknüpften Bauern Wetterlagen mit Festtagen und stellten Regeln wie „Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass“ auf. Meteorologischen Statistiken zufolge treffen die Vorhersagen zum Siebenschläfer zu 62 bis 70 Prozent zu. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand schon vor der Gregorianischen Kalenderreform aus dem Jahr 1582, als man einige Tage der Umstellung halber ausfallen ließ. „Echter“ Siebenschläfertag ist darum eigentlich der 7. Juli und nicht der heute so benannte 27. Juni.

Der Name kommt von einer Legende über sieben schlafende Jünglinge. Sie sollen im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle bei Ephesos geflohen sein, wo ihre Verfolger sie einmauerten. Nach 195 Jahren entdeckt, erwachten sie angeblich am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt - und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

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