Wetter
Heute ist Siebenschläfertag - fällt der Sommer ins Wasser?

Münster -

Nicht nur Meteorologen schauen am Dienstag ganz genau auf das Wetter. Denn der 27. Juni ist der sogenannte Siebenschläfertag, der einer alten Bauernregel zufolge das Wetter für die kommenden sieben Wochen bestimmen soll. Fällt der Sommer also ins Wasser?

Dienstag, 27.06.2017, 10:06 Uhr

Wetter : Heute ist Siebenschläfertag - fällt der Sommer ins Wasser?
Graue Wolken ziehen über den Prinzipalmarkt in Münster. Ein Bild, an das man sich in diesem Sommer, möglicherweise gewöhnen muss. Foto: Matthias Ahlke

„Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“ - so lautet zumindest eine Bauernregel für den 27. Juni, dem Siebenschläfertag. Pech, dass in diesem Jahr für den 27. Juni vor allem Regen, Gewitter und stürmische Böen vorausgesagt worden sind. Sind jetzt sieben Wochen Regen angesagt?

Jürgen Schmidt , Meteorologe beim Wetterkontor, kann zunächst beruhigen: Entscheidend für den weiteren Sommerverlauf sei nicht ein einzelner Tag, sondern ein etwa zweiwöchiger Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. Wenn in diesem Zeitraum schlechtes Wetter überwiege, sei die Wahrscheinlichkeit für einen kühlen und feuchten Sommer tatsächlich relativ hoch. Und für diesen Zeitraum sieht es „leider erstmal schlecht aus″, sagt Schmidt.

„Sommerpause” deutet sich an

In den nächsten Tagen kommen auf das Münsterland viel Regen, Gewitter und ab Donnerstag auch kühlere Temperaturen zu, prognostiziert der Meteorologe. Am Wochenende sei mit Temperaturen unter 20 Grad und wechselhaftem Wetter zu rechnen, das wegen eines vom Atlantik aufziehenden Tiefs auch nächste Woche bleiben werde. Nach dem heißen, trockenen Juni - die Durchschnittstemperatur lag 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel - deute sich eine „Sommerpause” und ein kühler, feuchter Juli an.

So war der Juni 2017 in Deutschland

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  • Sonne satt: Im Juni stieg das Thermometer in Deutschland häufig über die 30-Grad-Marke.

    Sonne satt: Im Juni stieg das Thermometer in Deutschland häufig über die 30-Grad-Marke.

    Foto: Daniel Karmann (dpa)
  • Hier holt sich ein Radfahrer in Berlin eine kleine Abkühlung.

    Foto: Kay Nietfeld (dpa)
  • Bei der Hitze zog es viele ans Wasser – hier eine Gruppe Stehpaddler auf dem Main in Frankfurt.

    Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)
  • Sprung ins kühle Nass: Mensch und...

    Foto: Silas Stein (dpa)
  • ...Tier genießen ein Bad.

    Foto: Paul Zinken (dpa)
  • Auch viele Eisbecher wurden geleert.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Dem Himmel so nah – auf einer Halde in Gelsenkirchen ist keine Wolke zu sehen.

    Foto: Marcel Kusch (dpa)
  • Sportliche Aktivitäten wurden oftmals auf die Abendstunden verschoben – wie hier auf dem Elberadweg in Dresden.

    Foto: Arno Burgi (dpa)
  • Folge des Wetters: Durch die Hitze haben sich im ausgetrockneten Schlamm des Rheinufers in Düsseldorf tiefe Risse gebildet.

    Foto: Federico Gambarini (dpa)
  • Landwirte mussten ihre Felder teils früher abernten und niedrigere Erträge in Kauf nehmen.

    Foto: Federico Gambarini (dpa)
  • Eine staubige Angelegenheit ist diese Sonnenschutzmaßnahme von Elefantendame Mumptas Mahal im Krefelder Zoo.

    Foto: Roland Weihrauch (dpa)
  • Bei der Hitze bleiben heftige Sommergewitter nicht aus. Am 22.06.2017 zieht eine Unwetterfront über Hamburg.

    Foto: Markus Scholz (dpa)
  • Eine umgestürzte Kastanie hat in Hamburg ein parkendes Auto unter sich begraben. Zwei Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben.

    Foto: Daniel Bockwoldt (dpa)
  • Mehr Wolken, mehr Regen: Ende Juni ist es vorbei mit der Hitzewelle.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch Anfang Juli soll das Wetter wechselhaft bleiben.

    Foto: Marcel Kusch (dpa)

Hoffnung für alle Sonnenhungrige: Die Siebenschläferregel trifft statistisch gesehen in etwa einem von drei Jahren nicht zu.

Bauernregel

Einst verknüpften Bauern Wetterlagen mit Festtagen und stellten Regeln wie „Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass“ auf. Meteorologischen Statistiken zufolge treffen die Vorhersagen zum Siebenschläfer zu 62 bis 70 Prozent zu. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand schon vor der Gregorianischen Kalenderreform aus dem Jahr 1582, als man einige Tage der Umstellung halber ausfallen ließ. „Echter“ Siebenschläfertag ist darum eigentlich der 7. Juli und nicht der heute so benannte 27. Juni.

Der Name kommt von einer Legende über sieben schlafende Jünglinge. Sie sollen im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle bei Ephesos geflohen sein, wo ihre Verfolger sie einmauerten. Nach 195 Jahren entdeckt, erwachten sie angeblich am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt - und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

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