Bahnstrecke Münster - Lünen Teilausbau des Nadelöhrs: Landesregierung muss zügig Planungsrecht schaffen

Münster -

Der von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) am Samstag in Münster verkündete Ausbau der eingleisigen Bahnstrecke Münster - Lünen lässt noch viele Fragen unbeantwortet. 

Von Elmar Ries
Bahnstrecke Münster - Lünen : Teilausbau des Nadelöhrs: Landesregierung muss zügig Planungsrecht schaffen
Die Bahnstrecke von Münster nach Lünen. Foto: Jürgen Peperhowe

Sicher zu sein scheint jedoch, dass der 45 Kilometer lange Abschnitt wie im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen nur teilweise ein zweites Gleis bekommt, um mehr Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Weil sich Güter, Fern- und Nahverkehr die Strecke teilen, sind wegen des Nadelöhr-Effektes Verspätungen die Regel.

Als mögliche Abschnitte für die Zweigleisigkeit im Gespräch sind Strecken­stücke zwischen Münster-Amelsbüren und Davensberg sowie zwischen Werne und Lünen. Festgelegt ist das aber noch nicht. „Um die Verspätungen zu minimieren, wäre ein Ausbau von 50 Prozent der Gesamtstrecke wünschenswert“, sagte der Verkehrsexperte der Indus­trie- und Handelskammern in NRW, Joachim Brendel .

Die Begegnungsbereiche müssten zudem „möglichst lang sein, damit der Rhein-Ruhr-Express künftig zusätzlich über diese Strecke von Dortmund nach Münster fahren kann“, ergänzte Michael Geuckler vom Zweckverbandes ZVM.

Bei der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs in Münster hatte der Staatssekretär für alle überraschend erklärt, dass der bisher nachrangig im Verkehrswegeplan gelistete Ausbau in den vordringlichen Bedarf hochgestuft wird und damit zeitnah umgesetzt wird. Damit das geschehen könne, müsse die neue NRW-Landesregierung nun zügig die rechtlichen Grundlagen schaffen, forderte Brendel. Mit zehn Jahren sei hierfür zu rechnen.

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Da der volkswirtschaftliche Nutzen des Ausbaus, der auf den gesamten 45 Kilometern mehr als 400 Millionen Euro gekostet hätte, aus Sicht von Bund und Bahn lange Zeit nicht eindeutig gegeben war, hatte das Düsseldorfer Verkehrsministerium die Planungen irgendwann auf Eis gelegt.

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