Münsterland glänzt beim Fahrrad-Test ADFC-Test: Falschparker nerven die Radfahrer

Münster/Düsseldorf -

Das Münsterland ist eine Fahrrad-Hochburg – daran lässt auch die aktuelle Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) keinen Zweifel. Drei Kommunen aus der Region sind in ihren Kategorien die Spitzenreiter in Deutschland: Münster, Bocholt und Reken.

Von Dorle Neumann
Münsterland glänzt beim Fahrrad-Test : ADFC-Test: Falschparker nerven die Radfahrer
Häufiger Grund für Ärger: zugeparkte Radwege wie hier am Hansaring in Münster. Foto: Jan Hullmann (Archiv)

Die Rekener haben besonderen Grund zur Freude: Sie erzielten bundesweit das beste Resultat bei der Befragung. Hagen, das „Tor zum Sauerland“, ist dagegen mit der Note 4,72 das bundesweite Schlusslicht in den 539 Kommunen, die im Test berücksichtigt wurden. Bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern hatte Münster die Nase vorn - bereits zum fünften Mal.

Trend zeigt nach unten

Doch bevor sich die Münsteraner allzu sehr auf die eigene Schulter klopfen: Thomas Semmelmann , Landesvorsitzender des ADFC , hat auch deutliche Kritik parat: Münsters Infrastruktur werde der großen Menge an Fahrrädern nicht mehr gerecht, betont er.

Der Trend zeige nach unten, denn 2003 hatte Münster noch die Note 1,88 erhalten, in diesem Jahr konnte sich die Stadt mit 3,07 nur knapp vor Karlsruhe behaupten. Semmelmann rügt: „Münster hat sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht.“

Spitzenreiter

► Städte mit mehr als 200 000 Einwohnern: 1. Münster mit der Wertnote 3,07, 2. Karlsruhe (3,09), 3. Freiburg (3,28)

►Städte mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern: 1. Göttingen (3,32), 2. Hamm und Erlangen (3,34)

► Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern: 1. Bocholt (2,29), 2. Nordhorn (2,59), 3. Wesel (3,02)

► Städte mit bis zu 50 000 Einwohnern: 1. Reken (1,86), 2. Wettringen (2,08), 3. Heek (2,11), 4. Rhede (2,32)

Fahrradklima-Test 2016 fürs Münsterland

  • Stadt* : Reken
  • Note : 1,86
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 1 von 386
  • Stadt* : Wettringen
  • Note : 2,08
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 2 von 386
  • Stadt* : Heek
  • Note : 2,11
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 3 von 386
  • Stadt* : Rhede
  • Note : 2,32
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 4 von 386
  • Stadt* : Bocholt
  • Note : 2,29
  • Kategorie : 50.000-100.000
  • Platz : 1 von 98
  • Stadt* : Vreden
  • Note : 2,60
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 10 von 386
  • Stadt* : Dülmen
  • Note : 2,92
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 20 von 386
  • Stadt* : Stadtlohn
  • Note : 3,02
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 23 von 386
  • Stadt* : Münster
  • Note : 3,07
  • Kategorie : > 200.000
  • Platz : 1 von 39
  • Stadt* : Emsdetten
  • Note : 3,09
  • Kategorie : < 50.000
  • Platz : 31 von 386
  • Stadt* : Ibbenbüren
  • Note : 3,29
  • Kategorie : 50.000-100.000
  • Platz : 5 von 98
  • Stadt* : Ahlen
  • Note : 3,48
  • Kategorie : 50.000-100.000
  • Platz : 15 von 98
  • Stadt* : Rheine
  • Note : 3,55
  • Kategorie : 50.000-100.000
  • Platz : 25 von 98
  • Stadt* : *nicht alle Städte haben teilgenommen
  • Note :  
  • Kategorie :  
  • Platz :  

ADFC-Klimatest

Für den ADFC-Klimatest wurden im Herbst 2016 bundesweit rund 120.000 Radfahrer befragt, unter anderem zu den Themen Sicherheit und Rad-Infrastruktur in ihrer Stadt. Der ADFC ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Das Bundesverkehrsministerium förderte die Umfrage mit 150.000 Euro. Der Fahrradklima-Test soll Städten dabei helfen, den Radverkehr voranzubringen.

Genervt von Falschparkern

Der Test beruht nach Angaben des ADFC auf einer nicht repräsentativen Datenmenge. Der Fragebogen, auf den zumeist online geantwortet wurde, erhob Einschätzungen zu Komfort und Sicherheit, zur Infrastruktur und zum Stellenwert der Fahrradfahrer in der Kommune. Genervt sind, so ergab die Auswertung der Reaktionen, die Radler vor allem von Baustellen oder Falschparkern auf Radwegen, ungeeigneten Ampelschaltungen und zu schmalen Radwegen.

Der massenhafte Fahrraddiebstahl wird fast überall als schwerwiegendes Pro­blem wahrgenommen. Am wichtigsten seien, so der ADFC, den Befragten das Sicherheitsgefühl beim Radfahren, die Qualität – also Breite und Oberfläche – der Radwege und die zügige Erreichbarkeit von Zielen.

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