Lena Bröder im Interview Miss Germany freut sich auf „die härteste Jury der Welt“

„Miss Germany“ Lena Bröder kehrt nach dem Ende der Amtszeit in ihren Beruf zurück: Lehrerin. Statt Model-Show stehen katholische Religion und Hauswirtschaft auf dem Programm. Für Bröder kein Problem, wie sie im Interview erklärt.

Von Jürgen Ruf / dpa
Lena Bröder im Interview : Miss Germany freut sich auf „die härteste Jury der Welt“
Lena Bröder aus Nordwalde ist die aktuelle Miss Germany. Im Interview erklärt sie, wie sie sich den den Wiedereinstieg ins Berufsleben als Lehrerin vorstellt. Foto: dpa

Vom Laufsteg zurück ans Lehrerpult: Die amtierende „ Miss Germany “, Lena Bröder (27), muss die Siegerkrone bald abgeben.

Am 18. Februar wird in Rust bei Freiburg ihre Nachfolgerin gewählt.Nach einem Jahr als Schönheitskönigin kehrt die aus Nordwalde bei Münster in Nordrhein-Westfalen stammende Bröder dann in ihren Beruf Lehrerin zurück.

An der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck unterrichtet sie katholische Religion und Hauswirtschaft.Im Klassenzimmer werde sie von den Erfahrungen als „Miss Germany“ profitieren, sagte Bröder im Interview der Deutschen Presse-Agentur .

Als Schönheitskönigin stehen Sie auf der Show-Bühne, als Lehrerin vor einer Schulklasse. Wieso der Schritt zurück ins Klassenzimmer?

Bröder: Das Jahr als Miss Germany war schön, spannend und lehrreich. Ich konnte Erfahrungen machen, die durchweg bereichernd waren und die ich positiv in Erinnerung behalten werde. Aber langfristig ist es der Lehrerberuf, für den ich mich entscheide.

Was heißt das konkret?

Bröder: Am 1. März kehre ich in meine Schule und damit an meine alte Wirkungsstätte zurück. Nach der Wahl zur Miss Germany hatte ich dort eine Auszeit genommen. Nun wird das Klassenzimmer wieder meine Bühne. Ich bin froh und dankbar, dass dies möglich ist.

Frage: Wird die Rückkehr schwer?

Bröder: Am Anfang werde ich sicher auf Neugierde stoßen und Fragen beantworten müssen, wie es so war als Miss Germany. Doch das wird sich rasch legen. Letztlich geht es darum, einen guten Unterricht zu machen. Daran wird man mich messen. Läuft alles nach Plan, werde ich Ende Oktober mein Zweites Staatsexamen in der Tasche haben. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Keine Angst, von Schülern als Ex-Schönheitskönigin blöde Sprüche hören zu müssen?

Bröder: Überhaupt nicht. Ich bin während meiner Amtszeit auf eine große Welle des Zuspruchs gestoßen. Bei Miss Germany geht es ja nicht allein um gutes Aussehen. Es zählt die Persönlichkeit. Es geht darum etwas auszustrahlen und etwas zu verkörpern, für etwas zu stehen und vor allem in Kontakt zu kommen mit Menschen und diese zu begeistern. Schöner Schein alleine reicht nicht. Das unterscheidet Miss Germany von Model-Contests.

Und im Klassenzimmer?

Bröder: Ich denke, dass ich nun sicherer auftrete, weil ich es inzwischen gewohnt bin, vor Publikum zu stehen. Beim Schönheitswettbewerb treten die Teilnehmer vor eine Jury und werden von dieser bewertet. Das ist als Lehrer nicht anders. Und Schüler sind die härteste Jury der Welt. Ich bin zuversichtlich. Mit Applaus werde ich bei meinen Auftritten künftig, im Gegensatz zum jetzigen Job, wohl aber nicht mehr rechnen können. Aber das erwartet auch niemand.

Zur Person

Lena Bröder (27) stammt aus Nordwalde bei Münster in Nordrhein-Westfalen. Seit Februar vergangenen Jahres ist sie „Miss Germany“, ihre einjährige Amtszeit endet am 18. Februar.In einer 1200 Schüler zählenden Gemeinschaftsschule bei Münster unterrichtet sie Hauswirtschaftslehre und katholische Religion. Bröder ist Katholikin und wirbt für den Glauben. Im vergangenen Juni traf sie in Rom Papst Franziskus. Zudem hat sie im kirchlichen Verlag Herder mit Sitz in Freiburg ihre Autobiografie veröffentlicht.

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