Spuren deuten auf Raubtier Wolf auf Truppenübungsplatz ausgesetzt?

Dülmen -

Offenbar ist zwischen Dülmen-Merfeld und Lavesum ein Wolf heimisch geworden. Sven Bieckhofe hat das Tier fotografiert. Er glaubt, dass der Wolf nicht auf natürlichem Wege dort hingekommen ist.

Von Markus Michalak
Das Tier, das Sven Bieckhofe bei Haltern-Lavesum fotografiert hat, sieht einem Wolf ziemlich ähnlich.
Das Tier, das Sven Bieckhofe bei Haltern-Lavesum fotografiert hat, sieht einem Wolf ziemlich ähnlich. Foto: Sven Bieckhofe

So ganz genau kann man es nicht erkennen, vor allem der Kopf fehlt auf dem Foto für eine hundertprozentige Identifizierung. Aber das Tier, das Sven Bieckhofe Anfang April nahe dem Truppenübungsplatz Lavesum bei Haltern fotografiert hat, sieht einem Wolf schon verdammt ähnlich, „Ich denke, dass der Wolf schon länger hier lebt, denn wir haben Kotproben und Fellreste gefunden, die auf einen Wolf schließen lassen“, versichert der Hausdülmener. So ein halbes Jahr könnte der Wolf demnach schon dort herumstreunen – so lange findet Bieckhofe schon Spuren.

Das Institut für Wolfs­forschung, Lupus, an das Bieckhofe seine Informationen geschickt hat, geht nach ersten Begutachtungen ebenfalls davon aus, dass zwischen Dülmen-Merfeld und Lavesum ein Wolf heimisch geworden ist.

„Ich glaube allerdings kaum, dass das ein Einzelgänger ist, der sein Rudel verlassen hat“, erklärt Bieckhofe. Es sei schon auffällig, dass Wölfe immer wieder auf Truppenübungsplätzen entdeckt würden. „200 Kilometer hat sie auf ihrem Weg dorthin niemand beobachtet, und plötzlich sind sie da.“

Bieckhofe glaubt, dass der Wolf eher auf Rädern als auf Pfoten gekommen sei. „Es gibt Tierfreunde, die wollen den Wolf wieder bundesweit heimisch machen, und setzen ihn aus.“ Deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass in Lavesum nicht nur ein Wolf, sondern ein Pärchen lebe.

Die Rückkehr des Wolfs

Der Wolf kehrt nach NRW zurück. Auch im Münsterland kann man nach Einschätzung von Birgit Königs vom NRW-Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf einzelne Tiere treffen. Da Wölfe üblicherweise den Menschen meiden, ist es überaus selten, dass Spaziergängerinnen und Spaziergänger ein Tier aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Falls es doch dazu kommen sollte, werden laut NRW-Umweltministerium folgende Verhaltensregeln empfohlen:

  • Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder zu füttern.
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.
  • Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.
  • Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.
  • Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den zuständigen regionalen Wolfsberatern melden.
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